Kippender Kolben

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Kippender Kolben

Beitrag von Majortours » 23 Sep 2018 16:24

Hallo Gemeinde

Wie ist eigentlich die Erfahrung bei den SP46 mit einer Laufleistung von rund 50k km mit dem im Betreff angeführten Problem?

Unwahrscheinlich, normal oder eher wahrscheinlich?

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Re: Kippender Kolben

Beitrag von Eintopftreiber » 23 Sep 2018 20:17

Wie kommst du darauf das dein Kolben kippt ?

Symptome ?

Im kalten Zustand klappern Nageln?? Hört sich oft an wie falsches Ventilspiel. Das Geräusch wird aber schwächer oder verschwindet gänzlich bei warmem Motor. Ölverbrauch? Oder Zunahme ? Öl im Luftfilter ?

Grüße Jörg
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Re: Kippender Kolben

Beitrag von Majortours » 23 Sep 2018 22:41

Klappern im niedrigen Drehzahlbereich bzw beim Abtouren aus höheren Drehzahlbereichen. Also eigentlich immer bei Teillast oder wenig Last. Aber auch, wenn man aus niedrigen Drehzahlen (z.B. engen Kehren im 2. Gang) Vollgas gibt. Das ganze bei kaltem, aber auch warmen Motor.

Ventilspiel überprüft und stimmt.

In der Werkstatt hat der Meister nach Probefahrt gemeint, dass es sich beim Klappern (und er hat betont, dass es schon ganz schön klappert) sich um einen kippenden Kolben handelt.

Jetzt wollte ich mal nachfragen, wie es sich bei den 650er SE-Motoren mit dieser Laufleistung grundsätzlich verhält, und ob so ein Schadensbild eher normal oder unüblich ist.

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Re: Kippender Kolben

Beitrag von Eintopftreiber » 24 Sep 2018 07:03

Tja ich glaube das ist wie in die Glaskugel schauen.

Welche Toleranzen sind beim fertigen aufeinander getroffen. Wie ist der oder die Vorbesitzer mit dem Motor umgegangen . Fragen über fragen . Ich behaupte mal das du keine Stimmen hörst die sagen , bei 40000 war Schluss. Diejenigen die 80-und mehr draufbekommen sagen die „kein Problem .50 für einen Eintopf find ich ordentlich
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Re: Kippender Kolben

Beitrag von franz muc » 24 Sep 2018 07:24

Ich erinnere mich jetzt nicht, dass
da im Forum die letzten 5 Jahre
etwas über Kolbenkippen zu lesen
gewesen wäre.

Wenn etwas klappert dann das
Innenleben des Zylinderkopfs oder
irgendwelchen losen Teile.

Und die SP 46 hat doch diese beschichtete
Zylinderlaufbahn. Das hält doch noch
länger als bei den anderen?


Bevor man da alles zerlegt würde ich
erst versuchen o. g. auszuschließen.

Vielleicht mit dem Schraubenzieher am
Ohr die Stelle der Geräuschentwicklung
lokalisieren?
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Re: Kippender Kolben

Beitrag von Majortours » 24 Sep 2018 09:28

Ja, den Tipp mit dem Schraubenzieherstethoskop hab ich auch anderweitig schon bekommen. Werde ich machen, sobald das Wetter wieder ein bissl besser ist. Ich weiß nur nicht, mangels Erfahrung, auf was ich da genau horchen soll.

Achja ... Motor scheint noch nie offen gewesen zu sein ... soweit man das anhand der Dichtflächen beurteilen kann. Schaut also noch alles original aus und nicht mit irgendeiner DIchtmasse neu eingedichtet.

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Re: Kippender Kolben

Beitrag von franz muc » 24 Sep 2018 09:49

Den Griff des Schraubenziehers ans Ohr,
das andere Ende ans Motorrad bei
laufendem Motor. Man hofft durch
Horchen an verschiedenen Stellen
die Herkunft des Geräusches feststellen
zu können. An der lautesten Stelle
sitzt das Übel.

Dann sieht man weiter.
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Re: Kippender Kolben

Beitrag von dirk65 » 24 Sep 2018 09:51

Ich hatte einen SE Motor mit Klopfgeräusche und 40000 km auf dem Tacho in der Garage. Dieses Klopfgeräusch hatte er aber auch schon beim Kauf bei ca. 20000 km sagte man mir. Das Kurbelwellenlager auf der Lichtmaschinenseite hatte sich im Gehäuse Luft gemacht und klapperte im niedrigem Drehzahlbereich. Sie wär bestimmt noch 10000 de Kilometer damit gefahren, aber nun bekam sie ein neues Gehäuse von einer XF650 (weil günstiger) und alles war wieder gut.
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Re: Kippender Kolben

Beitrag von BigBanger » 24 Sep 2018 14:50

Hat der Meister denn nicht schon eine Diagnose abgegeben. Es ist nicht ganz richtig das an der lautesten stelle auch das Problem lauert. Man sollte schon etwas Erfahrung haben um die Geräusche zu deuten .

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Re: Kippender Kolben

Beitrag von uli64 » 24 Sep 2018 18:39

Servus! :D

...dann möchte ich hier auch noch meinen Senf dazugeben:
franz muc hat geschrieben:
24 Sep 2018 07:24
Ich erinnere mich jetzt nicht, dass
da im Forum die letzten 5 Jahre
etwas über Kolbenkippen zu lesen
gewesen wäre.
Zu der Motorrevision, die ich Anfang diesen Jahres gemacht und hier dokumentiert habe
https://www.dr-650.de/viewtopic.php?f=15&t=12300
wurde mit folgenden Zitat von "spezi266" kommentiert:
Bei Kolben und Zylinder ist speziell bei großvolumigen Einzylindern meist am Zyl. der untere Totpunkt, beim Kolben unteres Hemd vorne und hinten der kritische Punkt beim normalen Verschleiss. Das kommt vom Kolbenkippen, speziell in kaltem Betriebszustand bedingt durch das größere Kolbenspiel bei luft-, oder auch ,,ölgekühlten" Motoren. Druckstellen sind hier meist vorhanden. Wie stark, lässt sich erst mit dem Mikrometer ermitteln und entscheidet über Aufbohren auf Übermaß oder nicht.
- ggf. könnte aber auch das Pleuelfußlager schadhaft sein? Das klopft auch ganz schön, v.a. im Leerlauf und Teillast... :shock:
Bild
...allerdings kann ich nur für die "alten Modelle" (41-45) sprechen, ob die 46er damit Probleme hat, ist mir nicht bekannt... :roll:

Es wir Dir also wohl nichts anderes übrigbleiben als es entweder so zu lassen, oder den Brocken zu zerlegen und nachzugucken... :roll:

Gruß, Uli :mrgreen:
Mein Lieblingsspruch: ..."wenn man mal anfängt"... :roll:
siehe hierzu:viewtopic.php?t=11448
und der, immer noch:...darf man auch mit Wurstfingern einem Vegetarier die Hand reichen?
Ex- Mopeds:
Suzuki X 1, `80-`82 http://archive.classic-motorbikes.net/i ... y/9747.jpg
Yamaha RD 250, `82-`85 http://classic-motorbikes.net/wp-conten ... /13081.jpg
(von ´86 bis ´98 mopedlos, Familie gegründet, Haus gebaut, 2 Kinder :wink: )
seit´98: DR 650 Dakar, SP 41 B :mrgreen:

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Re: Kippender Kolben

Beitrag von franz muc » 24 Sep 2018 19:32

Da mag schon was kippen, aber net so,
dass das klackert, halt im Nanobereich
oder so. :wink:
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Re: Kippender Kolben

Beitrag von Eintopftreiber » 24 Sep 2018 19:48

:D
Man könnte ja nach dem Motto verfahren“wenn es klappert ist es noch da! Andererseits kommt jetzt die Jahreszeit,in der man so einen Motor auch mal aufmachen kann. Vorbeugende Instandhaltung ist das Stichwort. Bei der Gelegenheit kann Mann ja alles mal schön in Augenschein nehmen. Verräterische blanke Stellen am Kolben analysieren, Pleuelspiel prüfen, Ventiltrieb checken und und und ......

Besser als die nächste Tour planen und hoffen das es von alleine aufhören wird. :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:


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Re: Kippender Kolben

Beitrag von deFlachser » 24 Sep 2018 19:58

Na ja,
könnte auch sagen: don't touch a running System :wink: Klappern gehört zum Handwerk. DR=DIE RASSELT
Grüße Stefan :mrgreen:
Erfahrung verhält sich proportional zur Masse des zerstörten Materials :roll:

Schon gewusst? Zwei Flaschen Wein ersetzen 20 Semester Philosophiestudium :D

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Re: Kippender Kolben

Beitrag von Majortours » 25 Sep 2018 09:57

uli64 hat geschrieben:
24 Sep 2018 18:39
Es wir Dir also wohl nichts anderes übrigbleiben als es entweder so zu lassen, oder den Brocken zu zerlegen und nachzugucken... :roll:
Ja, soweit bin ich auch schon. :lol: Zumal ich Angst davor habe bzw. mir gesagt wurde, dass bei weiterem Betrieb sich der Schaden verstärken kann. Pleuellager, Kurbelwellenlager, Kurbelwelle, ....
Andererseits .... zahlt es sich aus, in den Bock so viel Arbeit, Zeit und Geld zu investieren? Kann ich wohl nur für mich selbst rausfinden. Auf alle Fälle sind zur Zeit jede Menge gebrauchter KTM690 Enduro "R" zu halbwegs vernünftigen Preisen am Markt. Und bei so einer Motorrevision fallen mit entsprechenden Ersatzteilen, Dichtungssätzen, etc. auch gleich mal einige hundert Euronen an.

BTW ... kann man den nikasilbeschichteten Zylinder der SE mit vernünftigen finanziellen Aufwand überhaupt entsprechend aufhonen bzw. gibts da überhaupt einen passenden Übermaßkolben? Oder bleibt da eh nur die Suche nach einem entsprechenden XF-Motor (und wo findet man sowas überhaupt, wieviel kostet das üblicherweise ... eigentlich werde ich wahrscheinlich ja nur den Zylinder mit Kolben und Pleuel und vielleicht die KW brauchen).

Fragen über Fragen :oops:

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Re: Kippender Kolben

Beitrag von franz muc » 25 Sep 2018 11:37

Erstmal die Stelle lokalisieren.

Der Motor hält schon an die
100 tkm und mehr! Es ist ein sehr guter
und haltbarer Motor. Die Weiterentwicklung
des DR 600 und des alten DR 650
Motors. Der wird heute noch so gebaut.
Quasi seit 1985!

Der Zylinderkopf und der Zylinder
selber sind sehr schnell abgebaut.

Die beiden Seitendeckel gehen in
Minuten abzubauen, da kann man
auch mal reinschauen, ob da irgendwas
lose drin liegt oder locker ist.

Für den unteren Teil braucht’s Spezialwerkzeug.
Das ist dann net ganz so einfach.

Dass da jetzt alles hin ist und du Unsummen
aufbringen musst sehe ich noch lange
nicht.

Es war bei der SP 46 eher mal was locker,
aber Kolben und Zylinder kaputt? Nee.
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