Primärwiderstand Zündspule messen, wie?

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Re: Primärwiderstand Zündspule messen, wie?

Beitrag von deFlachser » 21 Dez 2018 21:41

Also 10 Sekunden sollten der Spule keinen Schaden zufügen. Dachte halt, Du hättest die ständig an der Batterie gehabt.
Erfahrung verhält sich proportional zur Masse des zerstörten Materials :roll:

Schon gewusst? Zwei Flaschen Wein ersetzen 10 Semester Philosophiestudium :D

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Re: Primärwiderstand Zündspule messen, wie?

Beitrag von Blackman » 21 Dez 2018 21:51

Richtig geraten** ich Habe gar kein Auto**.
Meine bessere hälfte hat eines das ich bei Schnee und Eis fahre ansonsten stehen mir meine 2 Räder treu zur Seite.
Das mit dem Zuschnell fahren stimmt allerdings,Aber damit Reisen ist halt mehr als Angenehm.
Ich sag nur 20 tage 6823 km Norwegen.
Wann ist ein Reifen gut??
Wenn du mit deinen Ohrwascheln am Asphalt kratzt.
gruss Hannes

twostroke
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Re: Primärwiderstand Zündspule messen, wie?

Beitrag von twostroke » 27 Dez 2018 09:30

Moin!

Als angelernter Schwachstromelektriker mit peripherer Kenntnis von Kabelfarben, einem Diplom in "Klugscheißerei durch Halbwissen" und einer Sonderqualifikation in "Wie schaue ich einem Ingenieur richtig über die Schulter" will ich da mal meinen Senf dazugeben:

Ich vermute die Spule ist aufgrund des hohen Stromes gestorben. Weil: Im Betrieb wird das Ding durch einen Kondensator befeuert, Der Kondensator wird über die Lade- oder Erregerspule auf dem Lima-Stator geladen, die Energie wird also über diese Spule und die Auslegung des Kondensators begrenzt (tau). Wenn jetzt die Spule vom Kondensator aus "bestromt" wird kommt ein Impuls mit endlicher Energie an der Spule an. Weil irgendwann ist der Kondensator leer, dadurch wird das Risiko des druchbrennens schonmal reduziert. Im Großen und Ganzen ist das System eher Spannungsseitig ausgelegt, Strom brauchts an der Stelle ja nicht. Dann ist das auch unerheblich ob die Spule 75mal in der Sekunde feuern muss, so lange der Strom begrenzt ist und nur Spannungen durchgereicht werden ist die thermische Belastung nicht relevant.

Daher würde ich vermuten, hättest du eine Strombegrenzung verwendet hätte die Aktion keine Auswirkungen gehabt. Aber: Was hätte das gebracht? Letzendelich ist die Spule ja nur ein Trafo der das was Primärseitig reingeht um einen Faktor X erhöht Sekundärseitig wieder ausgibt (bezogen auf die Spannung). Jetzt kann ein Trafo mit Gleichspannung wenig anfangen, er gibt praktisch nur den Einschaltimpuls weiter und macht danach das was jede Spule im Stromkreis macht: Widerstand erzeugen. Für die Erzeugung des Funkens brauchts dann eine gepulste Gleichspannung, entweder durch die guten alten Unterbrecher oder durch die elektronische Zündung.

Um zu kucken ob die Spule noch das tut was sie soll müsste man eine Wechselspannung in der Höhe wie sie von der CDI kommt auf die Primärseite geben und messen ob die Hochspannung Sekundärseitig im grünen Bereich liegt. Mein Baumarkt-Multimeter macht bei 750V dicht (und das auch nur um die 400V im Drehstrombereich abzudecken und ob ich das Teil wirklich für solch hohe Spannungen benutzen will stelle ich in Frage), ich vermute die Elektronik da drin wäre leicht beleidigt wenn ich mit höherer Spannung ankommen würde. Ich hab keine Ahnung wie hoch die Zündspannung der DR ist, aber ich vermute für den Lichtbogen brauchts schon stabil jenseits der 5kV (ohne das jetzt nachgerechnet zu haben mit Elektrodenabstand, Luftwiderstand, Ionisationsfähigkeit etc.). Soll heißen, das misst man nicht mal eben auf der Werkbank ohne geeignete Messmittel. (Man könnte höchstens die beiden Sekundärseiten verbinden, auf eine Spule Primär eine Wechselspannung draufgeben und kucken ob die Wechselspannung an der Primärseite der anderen Spule ankommt. Denkbar wäre das....)

Aber wahrscheinlich hat die Spule eh schon einen Schuss gehabt, die sind ja nun auch nicht die neuesten. Ob da gebrauchte besser sind die das gleiche Alter haben? Man weiss es nicht. Ausprobieren.
deFlachser hat geschrieben:
21 Dez 2018 21:00
Macht das denn Spaß, mit nem 4 Zylinder unter Dauerfeuer auf einer BAB.
Hab ich in der Zeit vor den Kindern auch gemacht, die olle Bolle auf die BAB geprügelt und gekuckt was geht. Das macht schon Bock. Und man macht Strecke. Aber obwohl das erst knapp 20Jahre her ist muss ich sagen früher ging das noch, heut geht das vom Verkehr schon fast nicht mehr. Da fahr ich lieber Einzylinder Überland.

Gruss Dominik
Mein Motor spricht in Psalmen zu mir:
"Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein!"

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Re: Primärwiderstand Zündspule messen, wie?

Beitrag von Ulf » 31 Dez 2018 21:47

Hi,
Auch mal senfen. Ja, wir haben in den DR's CDI = Kondensatorentladungs Zündungen. Die haben mit der 12V Bordspannung erstmal nix am Hut. Zum Einen werden die CDI's mit eigenen Spulen unabhängig von der Bordspannung versorgt und zum Andern liefern die eben durch die Kondensatorentladung ganz andere Ausgangsspannungen, i.d.R. 180 - 300 V an die Zündspule(n), aber eben nur ganz kurz. Der 12V Test geht evtl., ist aber nicht sehr aussagekräftig. An meiner 350er soll der Primärwiderstand 0,1-1 Ohm sein. Nach Stefans Uri kämen dann bei 12V 12-120 Ampere ans Fließen, macht dann 144 - 1440 Watt. Da kann ich mir vorstellen, dass das nach einigen Sekunden Ascheauswurf ergibt. Zur Bewertung der Zündleistung müsste man eine Funkenstrecke aufbauen. Die gesunde DR schafft mindestens 7mm mit der CDI.
Bei den alten Kontaktzündungen muss die Spule die 12V einige Minuten können, da diese Fahrzeuge ja auch mal mit stehendem Motor aber eingeschalteter Zündung stehen, z.B. Bahnschranke. Denn wenn der Motor steht, ist unbestimmt ob der Zündkontakt auf oder zu ist.
Bei der DR und auch der XJ ist es so, dass jede Umdrehung der KW eine Zündung der jeweiligen Spule + Kerzen bedeutet, egal ob 4-takt oder nicht. Die Pickups sitzen an der Kurbelwelle und daher kann die CDI nicht wissen ob es der Verdichtungs- oder Auspufftakt ist (nicht der Arbeitstakt, da wir je nach Drehzahl 5-30° vor OT zünden). Daher reichen bei der XJ auch zwei Spulen für 4 Zylinder. An sich kriegen die Spulen kein Dauerfeuer, auch nicht bei hohen Drehzahlen, da das Verhältnis Puls - Pause immer nur einen kurzen Leistungspeak über die 360° Drehwinkel gibt.
Manche CDI's reagieren recht empfindlich auf Zündimpuls ohne Masse = Kerze. U.a. die früheren KLR's und ZXR's. Ob das bei den Susen auch der Fall ist weiß ich nicht - hab ich aus Kostengründen nicht getestet.
Mit der z1100Gp hab ichs früher auch so getan wie Stefan und Hannes, nur war der Motor so grottig, dass man für 2h heizen 3h schrauben durfte...
Kommt auch ihr gut ins neue Jahr!
Gruß Ulf, wieder Ritter Wendehals von Zehnprozent
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Re: Primärwiderstand Zündspule messen, wie?

Beitrag von Eintopftreiber » 01 Jan 2019 03:45

:shock: ich geh schlafen :mrgreen:
...was annerschwu ä Blummewas des is bei uns ä Dubbeglas...

Hmmmm immer wenn ich rechts drehe wird die Landschaft schneller

:D when nothing goes right go left :D

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Re: Primärwiderstand Zündspule messen, wie?

Beitrag von schwolf » 05 Jan 2019 22:32

Die 35€ für die neuen Zündspulen als Ersatz für die Abgefackelte verbuche ich mal unter Lehrgeld. Es war nämlich die CDI. Mit einer Gebrauchten getauscht und gut...
Wem also wie mir während der Fahrt von einer Sekunde auf die andere der Motor ausgeht und nicht mehr anspringt wäre CDI checken möglicherweise ein guter Tipp.
Danke für Eure Hilfe!

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Re: Primärwiderstand Zündspule messen, wie?

Beitrag von deFlachser » 05 Jan 2019 23:49

Hi,
schön das du weiter gekommen bist und uns auch am Ergebnis teilhaben lässt :D
Und mit der Erfahrung isses halt so, steigt proportional mit dem zerstörten Material :|
Gute Fahrt und Grüße
Stefan
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Re: Primärwiderstand Zündspule messen, wie?

Beitrag von schwolf » 06 Jan 2019 20:59

Das Forum am Ergebnis teilhaben lassen halte ich generell für eine gute Idee...
Passiert leider häufig nicht obwohl's extrem hilfreich ist für diejenigen, die später ähnliche Probleme haben. Und so ist das dann auch keine einseitige Sache, das man sich nur helfen lässt, sondern man hiflt mit dem Ergebnis möglicherweise mal anderen.

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