Kompressionsverlust "gefühlt"

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DReus
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Kompressionsverlust "gefühlt"

Beitrag von DReus » 27 Jun 2019 19:23

Hallo zusammen,

Ich hab meine Dr (SP42A) im April mit 35.500 gekauft und hab sie bis heute ca. 38.000 km nicht wirklich geschont. Von Gelände über kurze Autobahnfahrten (110 kmh bei 4500 u/min dank 15er Ritzel), zügige Passstraßenfahrten bis zum täglichen Weg zur Arbeit war alles dabei :roll:

Öl + Filterwechsel hab ich bei 36.500 km gemacht und seitdem den Ölstand IMMER im Auge behalten und gegebenenfalls nachgefüllt. Dabei hab ich seit dem ölwechsel insgesamt rund 500 ml nachgefüllt. Ist dieser Verbrauch im Rahmen?

Nun zum eigentlichen "Problem": heute ist mir beim starten (motor war nicht gaaanz kalt) aufgefallen, dass ich den Motor auch ohne Dekozug mit ein wenig mehr Kraftaufwand mit dem Kickstarter über den OT zu drehen schaffe. Evt. bilde ich mir das nur ein, aber als ich das Motorrad gekauft habe, war da schon "mehr" widerstand da?

Maschine startet und fährt eigentlich ganz normal, Spürbaren Leistungsverlust merke ich nicht :? ..

Ich hoffe mal dass sich hier nicht mein Motor verabschieded, ich wollte mit der DR demnächst auf den Col de Sommeiller :roll:

Kompression messen ist wohl angesagt :roll: . Wie ist hier der richtige Vorgang?

Danke schonmal für alle Ideen und Meinungen!


Lg

Dreus

hiha
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Re: Kompressionsverlust "gefühlt"

Beitrag von hiha » 28 Jun 2019 05:43

Bei Einzylindern passiert das schon mal, dass ein Bröserl auf einem Ventilsitz sich querstellt, und die Kompression dann weg ist. Andere Möglichkeit: Am Auslassventilschaft, der unmittelbar nach dem Abstellen noch sehr warm ist, verkokt etwas herunterlaufendes Öl, und ist nach dem Abkühlen so harzig, dass das Ventil nicht ganz schließt. Nach den ersten Verbrennungstakten wirds wieder weich und alles ist wie vorher.
Von Kompressionsmessungen an einem EInzylinder halte ich nicht viel. Entweder sie hat Kompression, was Du mit dem Fuß spüren kannst, oder sie hat wenig bzw. keine. Dann hängt es von Deiner Einschätzung ab, ob Du es ignorierst, oder eine Motorüberholung durchführtst ;-)
Überprüfe vorsichtshalber mal das Ventilspiel, das sollte sich IMHO am oberen Rand der Toleranz befinden.

Gruß
Hans

DReus
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Re: Kompressionsverlust "gefühlt"

Beitrag von DReus » 28 Jun 2019 06:38

Danke für die Antwort! Das Ventilspiel werd ich mir ansehn !

Also "genug kompression" heißt, dass ich vor O.T. ohne deko wie gegen Beton treten muss (sollte?) :D

Es war so dass ich mit stetigem druck auf den Kicker den motor über den O.T. bringe, aber mit stetigem Druck schaffe ich auch mit der 1/2 Ratsche einen frisch überholten/gebohrten V8 zu drehen :roll: .. daher bin ich mit nicht sicher wie aussagekräftig dies ist.

Darum hab ich "gefühlt" geschrieben :D

Lg

hiha
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Re: Kompressionsverlust "gefühlt"

Beitrag von hiha » 28 Jun 2019 07:17

Wenn ein Ventil nur einen Spalt von 1/10mm hat, spürst Du keinerlei Kompression mehr im Fuß, sondern nur noch die Ventilfedern. Anspringen tun sie dann meist trotzdem noch, ggf. mit Anrennen.
Wenn die Kompression noch spürbar ist, und der Kicki bei mäßigem Fußdruck langsam runtergeht, würd ich das als "noch normal" einordnen. Bleibt dieser Zustand über Monate gleich, und ist weder mal besser noch mal schlechter, kann man im Herbst über eine Kopfüberholung nachdenken. Die Sitze neu schneiden lassen, neue Ventile und Schaftdichtungen, ggf. neue Führungen. Man sollte sich dafür qualifizierte(!) und gut beleumundete(!!) Instandsetzereien empfehlen, bzw. sich vor schlecht Beleumundeten(!!!*) warnen lassen. :mrgreen:

Hans
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Re: Kompressionsverlust "gefühlt"

Beitrag von DReus » 28 Jun 2019 11:42

Also lieg ich damit richtig, dass es (wenn alles in ordnung ist bei Ventilen und Kolben bzw. Ringen) "wie gegen beton" sein sollte? Ich glaube mich nämlich dran zu erinnern, dass ich ganz anfangs, als ich das startprozedere noch nicht so drauf hatte, mal ohne Deko zu kicken versuch hatte und mich dabei quasi selbst aus dem sattel gehoben hab und das mit 100 kg :D

Naja, da müsste ich nachsehen wer bei mir in der nähe solche Kopf bzw. Motorinstandsetzungen machen kann und natürlich VORALLEM, was dies kostet, bzw. Ob es sich überhaupt rechnet.

Lg

hiha
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Re: Kompressionsverlust "gefühlt"

Beitrag von hiha » 28 Jun 2019 15:30

Eben. Beim Guzzi- oder BMW-Zweiventilspezialisten kann man mal fragen, die brauchen so jemanden öfter. Oder ignorieren.
Übrigens: Die Ursache für Kompressionverlust liegt fast nie bei den Ringen, solange sie unter 1l/1000km verbraucht. Selbst wenn nur noch ein Ring mit 1mm Stoßspiel vorhanden ist, verdichtet das ganz artig....
Hans

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Re: Kompressionsverlust "gefühlt"

Beitrag von DR500 » 28 Jun 2019 19:33

Wie man beim Einzylinder a la DR die Kompression messen soll, hab ich mich auch schon mal gefragt. Mit DeKo kann man kicken, hat aber keine Kompression- ohne DeKo kann man sie nicht durchtreten, hat aber Kompression.
Wie man die maximale Kompression messen kann ist mir nicht ganz klar.

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Re: Kompressionsverlust "gefühlt"

Beitrag von Pixxel » 28 Jun 2019 19:39

DR500 hat geschrieben:
28 Jun 2019 19:33
Wie man beim Einzylinder a la DR die Kompression messen soll, hab ich mich auch schon mal gefragt. Mit DeKo kann man kicken, hat aber keine Kompression- ohne DeKo kann man sie nicht durchtreten, hat aber Kompression.
Wie man die maximale Kompression messen kann ist mir nicht ganz klar.
Kompletten Limadeckel oder Inspektionsdeckel ab und am Polrad die Kurbelwelle durchdrehen? Mit nem Halbenmeter/Meter gehts doch da recht easy.

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Re: Kompressionsverlust "gefühlt"

Beitrag von DR500 » 28 Jun 2019 19:53

Beim Einbau der Ausgleichskette hatte ich eine Zündkerze ausgebaut, weil es nicht unbedingt easy ging. Aber grundsätzlich könnte es so funktionieren, da geb ich dir recht- auch wenn ich mir es nicht wirklich einfach vorstelle.

VG

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Re: Kompressionsverlust "gefühlt"

Beitrag von DReus » 29 Jun 2019 10:42

Soo, gestern hab ich die mühle mal richtig warmgefahren und dann mal geschaut wies ist.

Und siehe da: Mit dem motor auf Betriebstemp. Ist wieder richtig satt Widerstand da! Villeicht war ja wirklich ein Ventil ein wenig verdreckt oder verkokt :roll: .

Habe dann zur Sicherheit trotzdem (natürlich in kaltem Zustand) das Ventilspiel eingestellt (0.1mm).

Also ich mach mir jetzt mal keinen Kopf solang die Kiste läuft wie ein Uhrwerk.

Danke für eure Tips!

Lg

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Re: Kompressionsverlust "gefühlt"

Beitrag von DR500 » 29 Jun 2019 11:00

Auslassseitg würde würde ich höher gehen...

VG

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Re: Kompressionsverlust "gefühlt"

Beitrag von DReus » 29 Jun 2019 12:21

Ok, warum beim Auslass mehr Spiel? Rein aus Interesse?

0.15 besser?

Lg

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Re: Kompressionsverlust "gefühlt"

Beitrag von DR500 » 29 Jun 2019 13:10

Die Kipphebel laufen auslassseitig meistens deutlich mehr ein. HiHa (Mitglied im Forum, würde ich mal als Fachmann bezeichnen), hätte mal als Grund zu geringes Ventilspiel geäußert, zurückzuführen auf die höhere thermische Belastung der Auslassventile und damit zusammenhängend vermutlich mehr Wärmedehnung.
Bei meiner DR hatte ich auch immer nach WHB eingestellt und ebenfalls einen deutlich eingelaufenen Kipphebel auslassseitig.
Ich denke, dass du mit 0,15 auf der sicheren Seite bist.
VG

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Re: Kompressionsverlust "gefühlt"

Beitrag von DReus » 29 Jun 2019 17:16

Ok, das mit der höheren Thermischen Ausdehnung und darum größeres Ventilspiel Auslasseitig macht Sinn!

Hab die Auslassventile jetzt auf 0.15 👍

Lg

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