Ventile einstellen - Nur Ärger statt "schnell erledigt"

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Claus
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Re: Ventile einstellen - Nur Ärger statt "schnell erledigt"

Beitrag von Claus »

Jetzt noch mal zum ganz langsam lesen: Wenn irgendwo steht: 0,08 und o,13mm dann stellt man das halt so ein. Mit den entsprehenden Lehren und jeweils zwei davon, daß man im bereits eingestellten Ventil die eine Lehre stecken lassen kann, um das Spiel für das zweite Ventil aus dem Kipphebel zu nehmen.So.

Und jetzt: Bei klassischen Motorrädern hat man fast immer das Spiel o,10 Einlaß/ 0,15 Auslaß. Damit macht man kaum was falsch, und wenn einer so garkeine Fühlerblattlehren zur Hand hat, stellt man das auf strammen Schiebesitz mit diesen Lehren ein. (dann ist man mit etwas Erfahrung nämlich exakt dort, wo ihr hin wollt)

Und nochwas: zu großes Ventilspiel ist schlecht. Es klappert zu laut und das ist ungesund, weil gern bei zuviel Spiel die auflaufende Nocke ohne richtigen Übergang auf den Kipphebel schlägt und das macht Schäden. Bei korrekt eingestelltem Spiel läuft der Kipphebel ohne zu prellen auf der Anlauffläche des Nockens an und wird sauber ausgehoben.

Jetzt macht jeder so seinen Ventileinstellservice wie er will und hat die letzten paar Sätze einfach so entfernt im Hinterkopf.
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PinzMax
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Re: Ventile einstellen - Nur Ärger statt "schnell erledigt"

Beitrag von PinzMax »

Ich entnehme allen Infos, dass es nicht sonderlich verkehrt sein wird, wenn ich beim einstellen für die Einlassventile (gleichzeitig 2 Stück) 0,13 und für die Auslassventile (gleichzeitig 2 Stück) 0,15 verwende.
Nach dem Festziehen habe ich vermutlich überall ein bisschen weniger Spiel, bzw. liegt es satt auf.

Zwei Umdrehungen machen und nochmal checken, dabei hätte ich dann gerne, dass
1. bei den Einlassventilen die 0,10er durchpasst, die 0,13er nicht mehr
2. bei den Auslassventilen die 0,13er durchpasst, die 0,15er nicht mehr

Das ist vermutlich nicht ganz so einfach, aber wenn es gelingt, dürfte es so passen, dass ich auch EURE Zustimmung habe :wink:

Nochmals vielen Dank für die ganzen Infos!

LG
Max

Claus
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Re: Ventile einstellen - Nur Ärger statt "schnell erledigt"

Beitrag von Claus »

Generell richtig, Max. Beim Festziehen hast Du aber generell eher etwas größeres Spiel, weil die Mutter ja im Gewinde der Einstellschraube das Spiel herausnimmt, das zwischen den Gewindesteigungen ist.
Jednefalls machst Du auf die Art nicht viel falsch.
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Re: Ventile einstellen - Nur Ärger statt "schnell erledigt"

Beitrag von PinzMax »

Danke für die Info, dann nehme ich zum einstellen 0,10 und 0,13 mm, beim überprüfen soll dann 0,13 (Einlass) und 0,15 (Auslass) nicht durchpassen.

LG
Max

rtfdj65
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Re: Ventile einstellen - Nur Ärger statt "schnell erledigt"

Beitrag von rtfdj65 »

Hallo miteinander,

Wollte nochmal eine kurze Rückmeldung geben. Heute hatte ich den äußerst hilfsbereiten und sympathischen Forumsnutzer "twostroke" bei mir zu Gast. Gemeinsam haben wir ruckzuck den richtigen OT gefunden und siehe da - Spiel an Kipphebeln! :shock:

Haben dann auch mittels seiner gut abgestuften Fühlerlehre akkurat die Abstände kontrollieren können. Diese waren größtenteils in Ordnung, nur an Auslass ein Hauch zu großzügig. "twostroke" hat das Problem aber sehr souverän lösen können. Ich selbst habe mittels Fühlerlehre auch mal überprüfen können und fühle mich nun auch ein Stück weit kompetenter.

Vielen Dank nochmal an "twostroke" und an alle, die mir hier Tipps gegeben haben!

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PinzMax
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Re: Ventile einstellen - Nur Ärger statt "schnell erledigt"

Beitrag von PinzMax »

Wie es der Zufall so will, habe ich diese Arbeit heute auch erledigt :mrgreen:

Dank Tipps, Beschreibungen und Fotos war es auch gar nicht so schwierig.
Wichtig war, dass ich auch den Ölkühler abgeschraubt und zur Seite "gebogen" habe, sonst wäre es wirklich eine ekelhafte Fummelei geworden.

Schade ist nur, dass ich diese Arbeit NICHT an der DR gemacht habe, mit der ich aktuell fahre, sondern an der, die komplett neu aufgebaut werden soll.
Es war also erst ein Probedurchgang (der allerdings gar nicht schlecht war).
Einen Grund für den schlechten Motorlauf der "die richte ich neu her-DR" könnte übrigens gewesen sein, dass zwar bei den Einlassventilen reichlich Spiel war (zu viel!), aber beim Auslass NICHTS!
Vielleicht ist sie deshalb so unrund bzw. hämmernd gelaufen....

Naja, wie auch immer - die Generalprobe ist gelungen, Ventilspiel einstellen ist keine Hexerei :lol: :lol: :lol:

:wink:

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Re: Ventile einstellen - Nur Ärger statt "schnell erledigt"

Beitrag von deFlachser »

Und wer ist heute unser Forumsheld?

Ganz klar, der Dominik Twostroke.

Finde ich supi von dir das du geholfen hast. Glück hat der, der in der Nähe solcher Floristen wie dir wohnt :D.

Gruß Stefan
Erfahrung verhält sich proportional zur Masse des zerstörten Materials :roll:

Schon gewusst? Zwei Flaschen Wein ersetzen 10 Semester Philosophiestudium :D

Nobody is perfekt! Aber als Hesse ist man verdammt nah dran :wink:

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Re: Ventile einstellen - Nur Ärger statt "schnell erledigt"

Beitrag von martin58 »

nun wüsste ich aber dennoch zu gern, warum es mit hilfe vom twostroke so schnell gelungen ist, den ot zu finden bzw. welche erkenntnis der threadersteller gewonnen hat. ist es denn nun wirklich so einfach oder doch schwierig oder wo war das problem aus deiner sicht?

twostroke
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Re: Ventile einstellen - Nur Ärger statt "schnell erledigt"

Beitrag von twostroke »

Ähm.... ich muss die Lobhudelei nun doch ein wenig abbremsen....

Zum einen hab ich die Fahrt nicht ganz uneigennützig angetreten, ich hab die Woche ja meine Dicke erst wieder komplettiert und da stand eine Probefahrt härterer Gangart noch aus. Dies hatte den Effekt dass eben diese meine DR, kaum dass ich am Ort des Geschehens eingetroffen war, angefangen hat das neue Revier mit Öl zu markieren.

Keine Ahnung ob das jetzt Dominanzgehabe war.... seis drum.

Ich hab also auch eine wichtige Erkenntnis gewonnen :lol:

Zum anderen ist das einzige was sich vermehrt wenn man es teilt das Wissen (auch wenn ich immer nur das weitergeben kann was ich selber zu wissen glaube, mag nicht immer richtig sein aber hey, meine DR's haben in Summe schon 65tkm bei mir überlebt, ich scheine also kein absoluter Mechaniklegasteniker zu sein) und zum anderen bin ich dran gewöhnt mitten in der Nacht aufzustehen um wildfremden Menschen zu helfen, also warum nicht auch hier.

Zu den "Problemen": Es ist zu zweit viel leichter den OT überhaupt zu finden, wir haben die DR über den Seitenständer gekippt, ich hab am Hinterrad gedreht und der Meister in Spe hat ins Guckloch gelinst und "Bescheid" gesagt. Ich möchte mir das Geschäft gar nicht vorstellen alleine machen zu müssen, das muss ja zigmal schief gehen bis es einmal klappt. Und dass das frustrierend ist kann ich mir denken.

Tatsache ist dass sich der Threadersteller das Spiel wohl größer vorgestellt hat, aber nachdem ich das gefühlt habe und man dann auch sieht dass sich beim bewegen des Kipphebels das Öl zwischen Ventilschaft und Einstellschraube rausdrückt war klar dass das der richtige OT sein muss. Ich hab das Gschäft schonmal auf dem falschen OT gemacht, das ist ne ganz andere Hausnummer.

Wir haben dann die Einlassventile "vermessen" einfach weil man da besser rankommt und man erstmal wieder ein Gefühl entwickeln kann was flutscht und was nicht mehr geht. Einlass war ja wie schon geschrieben ok, beim Auslass haben wir minimal korrigieren müssen.

Ist immer besser wenn man mal jemand über die Schulter (oder in diesem Fall zwischen den Wurstfingern durch) schauen kann.

Ich hoffe dass die Probefahrt zur Zufriedenheit stattfinden kann.

Gruss Dominik
Mein Motor spricht in Psalmen zu mir:
"Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein!"

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Re: Ventile einstellen - Nur Ärger statt "schnell erledigt"

Beitrag von Ocki »

Claus hat geschrieben:
18 Mär 2020 10:01
Generell richtig, Max. Beim Festziehen hast Du aber generell eher etwas größeres Spiel, weil die Mutter ja im Gewinde der Einstellschraube das Spiel herausnimmt, das zwischen den Gewindesteigungen ist.
Ich weiß nicht, ob diese Aussage richtig ist, denke eher andersherum.
Lasst uns das nochmal auseinandernehmen.
Ich bin der Meinung, nach dem Kontern der Mutter ist das Spiel etwas kleiner,
weil die Mutter die Einstellschraube nach unten zieht.
so long,Ocki

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Re: Ventile einstellen - Nur Ärger statt "schnell erledigt"

Beitrag von Eintopftreiber »

Hmmmm ist das nicht eher so
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Grüße Jörg
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Re: Ventile einstellen - Nur Ärger statt "schnell erledigt"

Beitrag von DROldie »

Süß mit Bild :wink:
Ich habe die Erfahrung gemacht, das beim "Kontern" also anziehen der Mutter die Einstellschraube Richtung fest gedreht wird. Ich glaube das liegt dann aber daran das die Schraube nicht exakt gegen gehalten wird. Rein Theotetisch vom Bild her wird das Spiel mehr. :roll: Ockis Beitrag hat mich eigentlich erst drüber nachdenken lassen.
Gruß Peter

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Re: Ventile einstellen - Nur Ärger statt "schnell erledigt"

Beitrag von PinzMax »

Eben...beide Aussagen sind richtig!

Wird die Stellschraube nicht "fest genug" gehalten, dreht sie sich mit (war bei mir auch so) und verringert das Spiel.
Dreht sich die Stellschraube aber NICHT mit, dann wird sie hochgezogen und vergrößert das Spiel.

Alle liegen richtig! :wink:

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Re: Ventile einstellen - Nur Ärger statt "schnell erledigt"

Beitrag von Ocki »

OK, mein Fehler.
Verdammt, war vor 10 Tagen erst dran an den Ventilen.
Man macht das immer einfach so, ohne nachdenken.
Bin jetzt voll davon ausgegangen, die Mutter liegt unterm Kipphebel.
Stimmt ja, liegt oberhalb. Das Bildchen hat mich stutzen lassen.
Und richtig festhalten muss man die Schraube natürlich.
Kann mich erinnern, bei der Transe, oder irgendwo anders, war das eine Schlitzschraube, fand
ich besser als dieser blöde Vierkant. Aber nur, weil ich nicht den passenden Schlüssel dafür hab.
so long,Ocki

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Re: Ventile einstellen - Nur Ärger statt "schnell erledigt"

Beitrag von PinzMax »

Bei meiner DR ist es eine Schlitzschraube!

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