Kupferpaste vs. Keramikpaste vs. Antiseize Paste

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Erstbesitzer 1990
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Kupferpaste vs. Keramikpaste vs. Antiseize Paste

Beitrag von Erstbesitzer 1990 »

Moin zusammen,

mir ist schon klar, dass ich hier eine Religionsfrage stelle. Doch mir ist nicht klar wann ich welche nutzen sollte. Deshalb meine Frage an die Profis hier.
Bis vor wenigen Wochen hatte ich mir diese Frage gar nicht gestellt, da es in meiner Garage nur Kupferpaste gab, für alles. Zum langfristigem schmieren von Achsen, zum "Entquitschen von Bremsbelägen, als Gammelschutz für Schrauben und so weiter. Mir war nicht bewußt, dass Edelstahlschrauben in Alu eine Verbindung eingehen, die mit Kupfer noch begünstigt werden. Somit habe ich mir Keramikpaste besorgt. Ich dachte, es der richtige Ansatz und habe damit auch meine Steckachse hinten damit versorgt. Jetzt mußte ich nach wenigen Wochen das Hinterrad noch eimal ausbauen und bekam die Achse schlechter heraus, als vorher mit Kupferpaste.
Darum meine Frage, wann benutze ich welche?
Für den Fachmann ist es bestimmt klar. Für mich nicht. Ich komme aus der Schlaf-/Beatmungstherapie. Das sehen die Geräte für die verschiedenen Therapieformen ( CPAP, APAP oder BiLevel) auch alle von einem Hersteller genauso aus, bringen aber ganz andere Therapien. Jetzt wollte ich nicht als Klugscheißer rüberkommen, wollte nur meine Sichtweise für ein scheinbar banales Problem darstellen.
Okay, meine Kinder sagen sonst auch ich sei ein Klugscheißer. ;-)

ich wünsche allen einen schönen Wochenstart.

Heiko
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Re: Kupferpaste vs. Keramikpaste vs. Antiseize Paste

Beitrag von Eintopftreiber »

Hallo Heiko ,

Schau mal hier rein viewtopic.php?f=10&t=13160&p=152858&hil ... te#p152858

Claus hat das gut zusammengefasst
(2te Seite)

Grüße Jörg
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twostroke
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Re: Kupferpaste vs. Keramikpaste vs. Antiseize Paste

Beitrag von twostroke »

Moin!

Anti-Seize ist nur eine übergeordnete Bezeichnung für alles was man nach dem Einschrauben und warmmachen auch wieder auseinandernehmen will. Eine Anti-Festback-Beschmierung oder auch eine Anti-Festfress-Beschmierung.

Ich sprech jetzt mal aus meiner eigenen Erfahrung, ich benutze für alles was du genannt hast ganz schnödes Fett. Oder Vaseline falls mal nix anderes da ist. Und ich bin damit bisher nicht schlecht gefahren.

Bedenke dass Keramikpaste, wie ja der Name schon sagt, durchsetzt ist von Keramik-Partikeln. Dieses Zeug jetzt an drehbaren Teilen einzusetzen ist, vorsichtig ausgedrückt, eher suboptimal. Ich habe ein paar Jahre mit Al2O3-Keramikpulver Oberflächen bearbeiten dürfen, das ist krass was schon ganz wenig davon anrichten kann selbst wenns Körnungen im Sub-µm-Bereich sind. Ok, die drehbaren Teile sind ja durch die Lager von den feststehenden Teilen bewegungsmäßig getrennt, trotzdem würde mich nicht wundern dass an den trotzdem vorhandenen Schnittstellen ein erhöhter Verschleiss auftreten wird. Man schaue sich nur mal die Distanzbuchsen an die von normalem Fett und bisle Dreck über tausende von km "bearbeitet" wurden. Das muss man nicht noch verstärken.

Zu der verlinkten Claus'schen Erklärung muss man vielleicht noch erwähnen: Es gab vor einigen Jahren mal eine Änderung in Bezug auf Kupferpaste, ich meine dass das was mit Umweltschutz-Aspekten zu tun hatte. Demnach war alles was ab einem gewissen Stichtag produziert wurde nicht mehr wirklich Kupferpaste weil einfach zu wenig Kupfer drin war, die rote Färbung und der Name wurden aber fürs Marketing beibehalten. Ich kann aber ausm Kopf raus nicht mehr sagen wann das war, ich weiß nur noch dass. Ist wie beim Bleifreien Löten, auf einmal gabs eine Panik unter Bastlern dass die gute Kupferpaste verboten wird und jeder hat nochmal eingekauft. So gings mir mit Bleihaltigem Lötzinn.

Alles nur die unqualifizierte Meinung eines Einzelnen Universal-Dilettanten.

Gruss Dominik
Mein Motor spricht in Psalmen zu mir:
"Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein!"

franz muc
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Re: Kupferpaste vs. Keramikpaste vs. Antiseize Paste

Beitrag von franz muc »

So sehe ich das auch. Hinzu fügen möchte ich noch,
dass mein Krümmer mit Messingmuttern befestigt
ist. Ich bilde mir ein, diese Muttern gehen leichter auf oder
sind mit dem Dremel besser abzusägen, wenn das nicht
mehr auf gehen sollte.

Wahrscheinlich ist das zusammenfaulen von Eisenschrauben
im Alu auch an einer Außenverschraubung eines U-Bootes
im ständigen Salzwasser schlimmer, als an einem Motorrad,
das meist im Trockenen bewegt wird.

Ausprobieren kann ich das mangels U-Boot jetzt aber gerade nicht .
DR 600 S,EZ 1990

twostroke
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Re: Kupferpaste vs. Keramikpaste vs. Antiseize Paste

Beitrag von twostroke »

franz muc hat geschrieben:
18 Mai 2020 12:34
Ausprobieren kann ich das mangels U-Boot jetzt aber gerade nicht .
Oh Mist, und ich hab meins grad verliehen. Irgendwas ist immer.

Das mit den Messingmuttern könnte stimmen, ich hab noch was von "Messing ist selbstschmierend" im Kopf.

Gruss Dominik
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zentralemaat
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Re: Kupferpaste vs. Keramikpaste vs. Antiseize Paste

Beitrag von zentralemaat »

Kupferpaste ist elektrisch leitend,Keramikpaste leitet elektrischen Strom nicht,wichtig bei Kfzverschleissanzeigen die elektrisch funktionnuggeln.
Bei unseren Lieblingsbremsen nicht so wichtig,weil Strom dort keine rolle spielt.
Bei unseren Motorradbremsen ist die freigängigkeit der Bremsanlage ein Thema,dieses muss man durch Äugisch hinschauen gewährleisten.Das Schmiermittel,metallisch oder keramisch ist würde ich sagen frei verhandelbar. Antiseize durch Wartung ist die Devise! Grüsse zentralemaat

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