DR hat Teile des Gasschiebers eingeatmet

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DR hat Teile des Gasschiebers eingeatmet

Beitrag von hue » 15 Mai 2018 10:19

Hallo,

ich möchte mal ne krasse Anekdote zu Besten geben. An meiner SP 44 hatte ich im Oktober einen OKO PWK 40mm Vergaser (Keihin-Nachbau) verbaut. Ich hatte richtig Probleme den einzustellen, da er mit 32,5 Nebendüse und 130 HD immer noch leicht fett lief. Aber die DR sprang zuverlassig damit an und die Gasannahme war um Welten besser als mit dem Originalvergaser. Gestern bei ca. 120 Km/h stotterte der Motor kurz und lief dann wieder normal. Beim Abtouren ging dann plötzlich die Drehzahl hoch, ich bin dann vorsichtig bis auf Arbeit gefahren und hab mir vom Hausmeister Werkzeug geborgt um mal nachzusehen. Zuerst konnte ich nichts auffälliges feststellen, dann hab ich gesehen das offenbar ein Teil (ca. 1,5 cm x 4m) vom Gasschieber abgebrochen war und bei geschlossenem Gasschieber dadurch zuviel Luft durchkam. Das Abgebrochene Teil hat der Motor wohl einfach durchgeatmet, obwohl der Gasschieber aus (Alu-? Grau-?) Guss ist. Hab dann die Standgasschraube ganz zurückgedreht so das ich noch nach Hause fahren konnte. Es scheint kein Schaden im Zylinderkopf entstanden zu sein, mit einem anderen Vergaser läuft sie wieder völlig problemlos. Meint ihr das Stück ist durchgegangen oder könnte es noch im Brennraum sein? Wie gesagt, sie springt an, läuft unauffällig, keine auffälligen Geräusche. Wie kann ich da nachsehen ohne den Zylinderkopf abzunehemen? Werde noch Fotos vom Gasschieber nachreichen, damit man sieht wie groß das rausgebrochene Stück ist.

Gruß hue

hiha
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Re: DR hat Teile des Gasschiebers eingeatmet

Beitrag von hiha » 15 Mai 2018 10:51

Ganz normal, das ist bei den alten Flachschiebern mittlerweile fast schon Alltag. Der Motor verdaut das übrigens sehr gut. Der Aluguss hat keine besondere Festigkeit.

Gruß
Hans

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Re: DR hat Teile des Gasschiebers eingeatmet

Beitrag von hue » 15 Mai 2018 10:55

Hallo Hans,

danke für die beruhigenden Worte! Der Flachschieber beruht zwar auf dem alten Keihin ist aber erst 2-3 Jahre alt. Ich vermute mal ein chinesischer Nachbau. Ich denke da wird man in der Festigkeit nichts verbessert haben.

Gruß hue

twostroke
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Re: DR hat Teile des Gasschiebers eingeatmet

Beitrag von twostroke » 15 Mai 2018 10:58

Krasse Sache das.

Aber bist du sicher dass das Teil bis in den Brennraum geatmet wurde?

Bei einem Teil von 1,5cm x 4m würde ich erwarten dass das nicht durchs Ventil durchgeht :lol:

Sorry, der musste sein.

Aber im ernst, das Ventil macht hub in etwa? Habs net im Kopf, geschätzt vielleicht 1cm. Und dann liegt ja trotzdem "nur" der Ring um das Ventil frei, dadurch ist der maximale Querschnitt für durchgehende Teile schon sehr begrenzt. Vielleicht liegt das Teil noch im Ansaugtrakt?

Ansonsten würde ich vermuten, alles was durch die Einlassventile durchgeht bleibt erstmal im Brennraum, der Drang nach aussen ist nicht mehr so gewaltig zumal der Weg ja auch beliebig schwierig wird mit eben dem kleinen Spalt ums Ventil rum.

Gruss Dominik

Edit: Grad gesehen dass Hans schon Entwarnung gegeben hat. Wird schon!
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Re: DR hat Teile des Gasschiebers eingeatmet

Beitrag von hue » 15 Mai 2018 11:24

Sorry, meinte natürlich 1,5 cm x 4mm. Bei 4m halte ich das auch für höchst unwahrscheinlich. :lol: :lol: :lol:

hiha
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Re: DR hat Teile des Gasschiebers eingeatmet

Beitrag von hiha » 15 Mai 2018 13:11

Die eingeatmeten Teile klopfen sich ziemlich schnell klein---> sofern sie kleinklopfbar sind. Der Stein, den eine Harley am Auerbergrennen inhalierte, war von Kolben und Ventilen nicht so leicht zu zerstampfen. Im Gegenteil :cry: Zweiventiler sind da übrigens im Nachteil, was die verdaubare Korngröße angeht...

Gruß
Hans

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Re: DR hat Teile des Gasschiebers eingeatmet

Beitrag von twostroke » 15 Mai 2018 13:27

Warum?

Die Zermatschung erfolgt doch im Brennraum, der ist doch unabhängig von den Ventilen.

Nicht dass ich das jemals ausprobieren wöllte, bin aber immer für neue Infos dankbar.

Gruss Dominik

Edit: Sobald die Zerkleinerung bei den Ventilen anfängt dürfte doch die Kompression schlagartig 0 sein, weil Ventil nimmer schliessen kann, damit Motor aus und fertig. Daher kam ich drauf dass die eigentliche Zermatschung im Brennraum erfolgen müsste...
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Re: DR hat Teile des Gasschiebers eingeatmet

Beitrag von hue » 15 Mai 2018 13:40

Also Kompression scheint noch in Ordnung, Widerstand beim Ankicken ist da. Und wie gesagt der Motor stotterte kurz während der Fahrt. Deshalb denke (hoffe) ich alles ist wieder raus. Falls ich ein Endoskop auftreibe, schau ich durchs Kerzenloch mal nach.

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Re: DR hat Teile des Gasschiebers eingeatmet

Beitrag von hue » 15 Mai 2018 19:45

Habe heute den Auspuff abgeschraubt und geschüttelt. Da hört man ein metallisches Klimpern drin. Wird also durchgegangen sein. Jetzt noch die angekündigten Blider:
Gas3.jpg
Gas2.jpg
Gas1.jpg

hiha
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Re: DR hat Teile des Gasschiebers eingeatmet

Beitrag von hiha » 16 Mai 2018 05:17

twostroke hat geschrieben:
15 Mai 2018 13:27
Warum?
Die Zermatschung erfolgt doch im Brennraum, der ist doch unabhängig von den Ventilen.
Bei Vierventilern sind die einzelnen Kanäle und Ventilspalte erheblich kleiner als bei Zweiventilern. Eine Mutter mit SW17 passt locker durch ein offenes Einlassventil einer z.B. XT500. Bei der DR600 wird wohl schon eine Mutter mit SW13mm nicht mehr durchpassen... :D

Edit: Sobald die Zerkleinerung bei den Ventilen anfängt dürfte doch die Kompression schlagartig 0 sein, weil Ventil nimmer schliessen kann, damit Motor aus und fertig. Daher kam ich drauf dass die eigentliche Zermatschung im Brennraum erfolgen müsste...
Die Zerkleinerung findet mehr zwischen Ventilen und Kolben statt, nicht im Ventilspalt. Drum dichtet das meist noch lang genug...

H.

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