Frage zum Zylinderhohnen

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_BJ_
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Re: Frage zum Zylinderhohnen

#16 

Beitrag von _BJ_ »

 Themenstarter

Ich muss nochmal nachfragen:
An die, die vielleicht schon mal einen neuen Kolben verbaut haben, z.B. einen Wössner. Wie seid ihr vorgegangen? Welches Maß habt ihr genommen und seid ihr damit samt Zylinder zur Schleiferei gegangen?
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Aynchel
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Re: Frage zum Zylinderhohnen

#17 

Beitrag von Aynchel »

ich überlass das dem Scheuerlein
mal anrufen und mit den Jungs reden
Zylinder und Kolben einschicken
wenn Kolben und Laufbahn noch im Maß wird der Zylinder gehohnt und der Kolben bekommt neue Ringe
wenn nicht mehr im Maß kommt ein Übermaß rein
wobei die bei dem oben gezeigten Verschleißbild mit Sicherheit ein Übermaß einbauen
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Re: Frage zum Zylinderhohnen

#18 

Beitrag von Aynchel »

_BJ_ hat geschrieben: 13 Mai 2026 15:53........neuen Kolben verbaut haben, z.B. einen Wössner.........
Wössner Kolben sind meines Wissen nach geschmiedet
das bedeutet, daß die Zylinder auf wenig Einbauspiel geschliffen werden
das passt zu einem wassergekühlten Aluzylinder mit Nicasilbüchse
was meiner Meinung nach bei einem luftgekühlten Motor mit Gußbüchse fragwürdig ist
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Re: Frage zum Zylinderhohnen

#19 

Beitrag von kermit »

Soweit mir bekannt, dehnen sich Schmiedekolben warm mehr aus als Gusskolben und brauchen daher ein größeres Einbauspiel.
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Re: Frage zum Zylinderhohnen

#20 

Beitrag von DR500 »

So sieht es aus.
Das erforderliche Spiel steht auf der Verpackung des Kolbens. Den Rest macht der Motorenbauer. Ebenso wie der dir sagt, welches Maß zu wählen ist. Anhand der Bilder würde ich vermuten das es das erste Übermaß wird. Mit einmal durchhohnen ist es mit den Laufspuren jedenfalls nicht getan.
Die Wahrheit zeigt aber erst die Vermassung.
Das Pleuellager scheint es erlebt zu haben.
Warum ist nur die Stelle blau? Eventuell ist das mal überhitzt, dann könnte alles blau gewesen sein. Durch weiteren Betrieb könnte es den Rest wieder Plan geschliffen haben, wobei die blaue Stelle dann wahrscheinlich nicht ideal anliegt und daher blau geblieben ist.
Egal wie…klar, kann weiterhin halten. Aber wenn man weiß, ist es halt auch kopfsache. Verlässt man sich dann noch auf sein Fahrzeug?
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Re: Frage zum Zylinderhohnen

#21 

Beitrag von deFlachser »

Aynchel, Du hattest doch verlinkt. Interessant und gut erklärt, vor allem das mit den Presslingen :lol: Ist ein bisserl mehr nötig, als beim Honen mal eben die Klobürste durchziehen :mrgreen:
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Re: Frage zum Zylinderhohnen

#22 

Beitrag von DR500 »

An sich gute Erklärung, wobei ich mich ernsthaft frage ob nach deren Definition zum Schmieden jemand mit Hanmer vorm Feuer stehen muss 😂.
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Re: Frage zum Zylinderhohnen

#23 

Beitrag von _BJ_ »

 Themenstarter

ich habe mir das über die "presslinge" beim Scheuerlein auch durch gelesen. Weil hier, wenn es einen neuen Kolben gibt, immer nur von Wössner die Rede ist, habe ich mir da nie Gedanken gemacht. Ich dachte 1. Übermaß ist für alle gleich und fertig.

Wenn das Kolbenspiel auf der Verpackung steht ist doch eigentlich alles klar, oder?
Es ist ja auch so, dass der Wössner deutlich günstiger ist, als der originale Kolben.

Ich habe heute den Kopf zerlegt und mir die Ventile angesehen, Bilder und Fragen kommen gleich :)
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Re: Frage zum Zylinderhohnen

#24 

Beitrag von _BJ_ »

 Themenstarter

Hier die Bilder des Brennraums und der Ventile. Die Federn habe ich vermessen, sie sind trotz der Laufleistung noch nicht an der Verschleissgrenze.
Die Schaftdichtungen war schon ziemlich hart und kommen natürlich neu.

Soweit werde ich alles weiter verwenden. Etwas unsicher bin ich beim Schaftspiel. Laut Bucheli soll das Ventil ca. 10mm herausschauen um dann das Spiel mit einer Messuhr zu messen.
Eine Messuhr habe ich nicht, aber wenn ich lese, dass da ~0,05mm Spiel sein dürfen, denke ich, dass ich da drüber bin.
Gleichzeitig kann ich mir aber vorstellen, dass das bei den meisten DRs so ist.
Was ist eure Meinung dazu? Ich kann das Spiel nur schätzen und kann es "sehen". Hätte ich das Maß nicht gelesen, wäre es mir nicht zu groß vorgekommen.
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Einlassventil mit Kohle, das kommt wahrscheinlich von der Schaftdichtung
Einlassventil mit Kohle, das kommt wahrscheinlich von der Schaftdichtung
Riss, ist seit über 50k unverändert und geht nicht in den Ventilsitz
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Kopf ungereinigt, man sieht dass ich die letzten Jahre zu mager gefahren bin
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Re: Frage zum Zylinderhohnen

#25 

Beitrag von DR500 »

_BJ_ hat geschrieben: 14 Mai 2026 22:21 Gleichzeitig kann ich mir aber vorstellen, dass das bei den meisten DRs so ist.
Was ist eure Meinung dazu? Ich kann das Spiel nur schätzen und kann es "sehen".
Meine Meinung ist, dass es nicht sinnvoll ist relevante Maße zu schätzen um sich dann vorzustellen, dass das bei anderen Fahrzeugen auch so ist.
Hier gab es schon andere Leute, die DRs eher fraglich zusammengebaut haben. Die DRs waren dann jedesmal wenige Monate später als Bastlerfahrzeug auf Kleinanzeigen für ein Apfel und ein EI inseriert. Also verschwende kein Geld und keine Lebenszeit und mach es ordentlich. Eine Messuhr kostet wirklich nicht die Welt.

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Re: Frage zum Zylinderhohnen

#26 

Beitrag von hiha »

DR500 hat geschrieben: 14 Mai 2026 08:39 An sich gute Erklärung, wobei ich mich ernsthaft frage ob nach deren Definition zum Schmieden jemand mit Hanmer vorm Feuer stehen muss 😂.
Wunderlich hat damals, als er noch XT- und SR500-Fahrer versorgte, mit handgeschmiedeten Kolben geworben... :lol:
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Re: Frage zum Zylinderhohnen

#27 

Beitrag von Stollenreiter »

_BJ_ hat geschrieben: 14 Mai 2026 22:21 Hier die Bilder des Brennraums und der Ventile. Die Federn habe ich vermessen, sie sind trotz der Laufleistung noch nicht an der Verschleissgrenze.
Die Schaftdichtungen war schon ziemlich hart und kommen natürlich neu.

Soweit werde ich alles weiter verwenden. Etwas unsicher bin ich beim Schaftspiel. Laut Bucheli soll das Ventil ca. 10mm herausschauen um dann das Spiel mit einer Messuhr zu messen.
Eine Messuhr habe ich nicht, aber wenn ich lese, dass da ~0,05mm Spiel sein dürfen, denke ich, dass ich da drüber bin.
Gleichzeitig kann ich mir aber vorstellen, dass das bei den meisten DRs so ist.
Was ist eure Meinung dazu? Ich kann das Spiel nur schätzen und kann es "sehen". Hätte ich das Maß nicht gelesen, wäre es mir nicht zu groß vorgekommen.
Hab auch so einen Riss im 600er Kopf zw. Zündkerzengewinde und Auslassventilsitz.
Kann mir gut vorstellen, dass iregndwann der Sitzring sich lockert.
Also ich lasse das schweissen und nen neue Sitzringe kommen eh in die Auslässe inkl. Ventilführungen.
Beim Einlass kann der Verschleiß geringer sein und man kann diese nochmals in Betrieb nehmen.
Bei einem noch montierten Zylinderkopf ist wohl das gleiche Problem aufgetreten, aber ich weis es erst wenn dieser abgebaut ist.

Kurz eine RM zum Wössner Kolben:
Dieser ist bei meiner 600er leichter als der kleinere Serienkolben und der Motor läuft spürbar ruhiger.
Das mehr an Verdichtung macht sich auch possitiv bemerkbar.
Gruß
Tom
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Re: Frage zum Zylinderhohnen

#28 

Beitrag von _BJ_ »

 Themenstarter

Ein kurzes Update:
Ich habe mir eine Messuhr besorgt und das Schaftspiel gemessen. Es passt und ist noch innerhalb der Verschleissgrenze (lt. Bucheli 0,35mm). Ich hatte den Wert falsch gelesen und 35µm erfasst und da ich das Spiel fühlen konnte, war ich sicher deutlich über dem Maß zu sein.
Ich habe alles sauber gemacht, Ventile eingeschliffen und neue Schaftdichtungen eingebaut.

Mir ist aufgefallen, dass die Keile nicht richtig sitzen. Die Federn habe ich auch nochmal entspannt, aber so richtig mittig liegen sie nicht an. Was kann ich denn da falsch machen?
Hier mal zwei Bilder:
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IMG20260517184123.jpg
IMG20260517184128.jpg
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Re: Frage zum Zylinderhohnen

#29 

Beitrag von _BJ_ »

 Themenstarter

Und wegen des Zylinders, ich werde ihn beim Scheuerlein schleifen lassen und dort auch gleich einen (Übermaß-)Kolben kaufen. Ich hoffe es klappt so, dass ich nur einmal hinfahren muss.

Dann gehts auch wieder ans Zusammenbauen, Kupplung ist noch gut, Steuerkette bei 50%.

Dazu gibts noch einen neuen Kettensatz und zwei neue Reifen, dann kanns hoffentlich bald wieder auf eine Tour gehen.
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Re: Frage zum Zylinderhohnen

#30 

Beitrag von Aynchel »

Moin
Damit sich die Ventilkeile setzen hilft ein kurzer trockener Schlag mit dem Kupferhammer
Plastikhammer geht auch
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