Anpassung TM40 Vergaser an SP44

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minibootsmann
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Re: Anpassung TM40 Vergaser an SP44

#121 

Beitrag von minibootsmann »

 Themenstarter

Moin,
Dennis hat geschrieben: 23 Okt 2022 13:50 Hi,

beim Choke wäre noch das Problem möglich, dass er "intern" nicht sauber abschließt. Ich weiß aber nicht, wie man das prüfen kann...

Gruß
Dennis
Das war ein guter Vorschlag, konnte ich mich daran erinnern, zu voriger Zeit den Choke-Kolben getauscht zu haben. Ich habe hier zwei Kolben, den vom BST40-Vergaser und den vom TM40-Vergaser:
Sorry für die schlechte Qualität. Links ist der Kolben des BST40 (kürzer) und rechts der des TM40 (länger)
Sorry für die schlechte Qualität. Links ist der Kolben des BST40 (kürzer) und rechts der des TM40 (länger)
Bis vorhin war der längere Kolben eingebaut mit dem in meinem vorigen Beitrag beschriebenen Verhalten. Ein Umbau auf den kürzeren Kolben sorgt für einen sehr unruhigen Motorlauf mit gezogenem Choke (Hoppeln). Weiterhin ist das "nicht-Abouren" schlimmer. Nehme ich während der Fahrt Gas weg und ziehe die Kupplung, tourt der Motor nicht ab. Außerdem fehlt die Motorbremse beim normalen Gas wegnehmen. Als ich nach einer kurzen Fahrt zu Hause war, habe ich den Choke-Hebel gezogen und der Motor ging aus.

Der Bowdenzug ist bei deaktiviertem Kaltstarter nicht gespannt und hat Spiel, unabhängig vom verbauten Kolben. Die Feder am Choke-Kolben ist so lang und fest, das das Montieren des Kolbens auf den Zug schon etwas schwierig ist. An der Stelle vermute ich also keine Probleme.

Die einzige Schlussfolgerung, die ich ziehen kann, ist die, daß der Vergaser mit dem kürzeren Choke-Kolben insgesamt schlechter funktioniert.

Da der kürzere Kolben eingebaut ist, kann ich den gerade nicht messen. Der längere Kolben ist insgesamt 23mm lang, davon 15mm "Dicker Kolben" und 8mm "dünne Nadel".
Muss da vielleicht etwas größeres rein, gibt es sowas überhaupt?

Ich werde also erstmal den längeren Choke-Kolben wieder einbauen, schließlich hat es da halbwegs funktioniert. Dann werde ich schauen, wie sich der Motor so verhält. Vielleicht funktioniert es ja mit dem recht niedrigen Standgas auch bei längerer Fahrt.

Schöne Woche noch!

VG, Helmut
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Re: Anpassung TM40 Vergaser an SP44

#122 

Beitrag von deFlachser »

Helmut,

ich bewundere Dich für Deine Gelassenheit. Ich hätte das Teil mittlerweile wahrscheinlich abgefackelt :evil:.

Möchte jetzt nicht den ganzen Fred nochmal durchlesen. Hattest Du denn Kontakt mit Topham?

Ich wünsche Dir jedenfalls, daß Deine ganzen Mühen früher oder später zum Erfolg führen. Besser früher, denn irgendwann ist jeder mit seiner Geduld am Ende.

Gruß Stefan
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Re: Anpassung TM40 Vergaser an SP44

#123 

Beitrag von juggernau »

Moin Helmut,
auch meine Bewunderung hast du. Ich verfolge das Thema aufmerksam und bin gespannt was letztendlich der Fehler war. Ideen zur Lösung von deinem Problem habe ich leider keine, aber eine Frage habe ich:
Für die Abstimmung nutzt du wohl eine Lambdasonde. Welchen Typ (Breitband- oder Sprungsonde) nutzt du dafür und mit welchem Gerät lässt du dir die Werte anzeigen?
Gruß,
Felix
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Re: Anpassung TM40 Vergaser an SP44

#124 

Beitrag von minibootsmann »

 Themenstarter

Moin,

eine Anfrage an Topham ist geschrieben und ich warte auf Antwort. Zwischenzeitlich werde ich das gesamte Setup nochmal von Vorne prüfen. Immerhin gab es bei den ganzen bisherigen Schritten immer wieder Rückschläge (CO-Schraube abgebrochen, Schwimmerhalterung schief, Zündung unsauber), so daß ich mich auf meine bisherigen Erkenntnisse nicht mehr verlassen möchte. Ich werde alle Kanäle soweit möglich nochmal reinigen, alle Düsen nochmal auf Sauberkeit prüfen und nochmal mit einer möglichst mageren Bedüsung starten. Im Ducati Monster Forum gibt es einen Beitrag, gemäß dem ein zu fettes Leerlaufgemisch auch die von mir beobachteten Symptome verursachen kann.
juggernau hat geschrieben: 26 Okt 2022 10:03 Moin Helmut,
auch meine Bewunderung hast du. Ich verfolge das Thema aufmerksam und bin gespannt was letztendlich der Fehler war. Ideen zur Lösung von deinem Problem habe ich leider keine, aber eine Frage habe ich:
Für die Abstimmung nutzt du wohl eine Lambdasonde. Welchen Typ (Breitband- oder Sprungsonde) nutzt du dafür und mit welchem Gerät lässt du dir die Werte anzeigen?
Gruß,
Felix
Moin Felix, diese Geräte habe ich verbaut:
Lambdasonde Sensor Abgassteuerung MOBILETRON OS-01 für VW BMW AUDI 1-polig JETTA
Lambdaanzeige

Um die Sonde in den Krümmer schrauben zu können, brauchst Du eine Sauerstoffsensormutter und einen dazu passenden Stopfen für den Betrieb ohne Lambdasonde. Da beim Einschweissen der Mutter am Krümmer dieser demontiert werden muss, ist die Anschaffung einer neue Krümmerdichtung überlegenswert.

Hier habe ich meine damaligen Bezugsquellen verlinkt, was nicht bedeutet, daß diese Händler für jedermann die beste Option darstellen. Ich erwäge bei jedem Kauf, wo es am besten passt, gerade wenn ich mehrere Artikel zusammenbestellen kann, um dabei Porto zu sparen.

VG, Helmut
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Re: Anpassung TM40 Vergaser an SP44

#125 

Beitrag von Motzkeks »

Ah, Aynchel's Wunderlampe... Wunderlambda! Die Sprungsonde taugt nur zum Regeln, nicht aber zum Messen. Bestenfalls kriegt man damit den Leerlauf eingestellt. :mrgreen:
Fürs Anfetten unter Volllast "kippt" die Spannung zu weit, um mit dem Gerät eine sinnvolle Anzeige zu kriegen.

Ich habe fürs Auto ein Set von AEM (X-Series) mit Bosch LSU 4.9 Breitbandsonde ausprobiert. Kostenpunkt ca. 210€
Hat mir bei der Fehlersuche und Einstellung sehr geholfen. Ginge mit einer Schlauchschelle und zwei Kabelbindern sicher auch am Motorradlenker. Es sind sogar Einschweißgewinde und Stopfenschrauben dabei.

Bild

Bild
Dennis hat geschrieben: 20 Okt 2022 11:21 noch ein Hinweis: das ist ein Vergaser. Die Einstellung wird immer ein Kompromiss sein. Die wirst nie in allen Fahrzuständen einen korrekten Lambdawert erreichen. Deswegen hat man dann die digitale Einspritzung erfunden.
Hatta Dennis vollumfänglich recht. Hinzu kommt, dass man die Sonde auch verstehen muss. Einbauposition, Arbeitsweise der Abgasanlage, Motor warm/kalt, warum der Messwert auch bei Breitbandsonde schwanken kann, welche Werte in welchem Betriebszustand gesund sind etc etc.
Beim Mopped wär mir das zuviel Aufwand für zu wenig Erkenntnisgewinn.

Erinnert mich an eine Geschichte aus einem KFZ-Forum; der Wagen hatte an der Vorderachse Beifahrerseite ein unauffindbares Scheppern bei Unebenheiten. Der Besitzer hat über Jahre sämtliche Teile der Aufhängung nacheinander erfolglos erneuert. Nach drei oder vier Jahren kam durch Zufall raus, dass was aus dem Handschuhfach nach hinten unter die Verkleidung zur Spritzwand rausgefallen war und da sein Unwesen trieb. :mrgreen:

"Grau, teurer Freund, ist alle Theorie." - Goethe :wink:
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Re: Anpassung TM40 Vergaser an SP44

#126 

Beitrag von juggernau »

Danke Helmut für die Infos!
Mein Plan sieht auch vor, eine Sprungsonde zu verwenden. Das Gewinde ist auch schon drin:
PXL_20221026_185736959.jpg
@ Motzkeks:
Richtig, die Sprungsonde nutzt fast ihren gesamten Messbereich rund um Lambda 1. Davor und dahinter wird die Kennlinie sehr flach. Damit wird man sicher keinen genauen Messwert ermitteln können, aber darum geht es auch nicht. Meiner Meinung nach reicht durchaus schon die Erkenntnis, ob z.B. bei voll geöffneten Schieber das Gemisch abmagert. Das möchte man ja durchaus vermeiden.

Das AEM soll ja gut funktionieren, kostet aber auch um die 250€. Damit kann man dann genau messen, lohnt sich aber meiner Meinung nur, wenn man ein frei programmierbares Steuergerät zu Hand hat. Damit kannst du dann µs genau die Einschaltzeit der Einspritzventile steuern. Dann profitiert man natürlich auch von einer genauen Messung.
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Re: Anpassung TM40 Vergaser an SP44

#127 

Beitrag von Motzkeks »

juggernau hat geschrieben: 27 Okt 2022 09:42 Meiner Meinung nach reicht durchaus schon die Erkenntnis, ob z.B. bei voll geöffneten Schieber das Gemisch abmagert.
Wenn die Sprungsonde aber nur von Lambda 0.99 bis 1.01 passabel anzeigen kann um danach eben ins Extrem zu schlagen, obwohl bei 0.98 oder 1.02 keins vorliegt - welche Erkenntnis genau bringt das? :wink:
Die zeigt nur an, ob Lambda <1, =1, >1 - aber nie um wieviel größer oder kleiner. Das ist irreführend, da beim Eintopf der Lambda-Wert schon stark schwanken kann und man mit dem Vergaser, wie Dennis bereits erwähnte, quasi nie Lambda 1 treffen kann.

Die AEM kostet inzwischen um 250, das stimmt leider. War vor anderthalb Jahren noch "günstiger". Der Rest ist aber maßlos übertrieben. Um damit was in µs anzuzeigen, braucht es schon ein Oszilloskop statt des Instruments.
Ich habs gebraucht um den Benzindruck korrekt eingestellt zu bekommen. War ne größere Baustelle; Klopfregelfehler, Benzinpumpe hin, Druckregler hin, Kraftstoffilter zu, umschaltbares Saugrohr verbaut, Drosselklappe modifiziert - und die Hella MPFI ist so ein Zwischending aus moderner Einspritzung und Vergaser, da sie ohne Luftmassenmesser arbeitet. Für mehr oder weniger Einspritzmenge bei festem Kennfeld aber variabler Luftzufuhr musste also der Benzindruck erhöht oder gesenkt werden.
Mit dem Gedanken des frei programmierbaren Steuergeräts hab ich auch schon gespielt (Haltech Elite Series, ca. 2000€). Die laufen dann übrigens mit der Sprungsonde wiederum, weil die sich eben für nen Regelkreis eignet und nichts anderes. Zum Messen gibts die Breitbandsonde.

Man kann aber auch immer neue Sonden und Selbstbastel-Messgeräte ausprobieren, bis man 250€ ausgegeben und die Schnauze voll hat. :mrgreen:
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Re: Anpassung TM40 Vergaser an SP44

#128 

Beitrag von DR500 »

Ich persönlich würde auch das Geld in eine Breitbandlamdasonde investieren. Aber wenn man die Kiste durchweg etwas zu fett abstimmt, was grundsätzlich kein Fehler ist, ist eine normalen Sonde schon besser als gar keine Sonde.
Freiprogrammierbare Steuergeräte für 2kE erscheint mir sehr sportlich. Megasquirt und Microsquirt oder Speeduino kosten weit weniger, wobei selbst die kleine Microsquirt mit Breitbandlamdasonde regelt —> Lastzustand nach definiertem Lambdawert und nicht immer nur zwischen zu viel und zu wenig. Nennt sich Kennfeld. Würde das nicht funktionieren, müsste man den Stand der Technik der extrem konservativ geschätzten letzten 30 Jahre umschreiben.

Gruß
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Re: Anpassung TM40 Vergaser an SP44

#129 

Beitrag von DR500 »

Hab interessehalber gegoogelt: die Haltech regelt auch mit Breitbandlamda (die Anleitung ist von 2008):
https://www.mikrocontroller.net/attachm ... pdf#page96

Alles andere hätte mich gewundert.
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Re: Anpassung TM40 Vergaser an SP44

#130 

Beitrag von Motzkeks »

DR500 hat geschrieben: 27 Okt 2022 21:27 Freiprogrammierbare Steuergeräte für 2kE erscheint mir sehr sportlich. Megasquirt und Microsquirt oder Speeduino kosten weit weniger, wobei selbst die kleine Microsquirt mit Breitbandlamdasonde regelt
Sorry, wollte nicht verwirren. Die 2000 Flocken bezogen sich aufs Haltech Elite 2500 mitsamt vorgefertigtem Kabelbaum für meinen alten Audi V6, bei dem auch deutlich mehr Sensoren und Zylinder erfasst werden müssen oder zumindest sollten. Die Brot-und-Butter-Lösungen der programmierbaren ECUs unterstützen leider selten mehr als eine Zylinderbank. Einen V-Motor mit nur einem Klopfsensor und einer Lambda zu einem anständigen zylinderselektiven Betrieb zu überreden wird knifflig. :mrgreen:

Gibts die Megasquirt überhaupt noch?
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Re: Anpassung TM40 Vergaser an SP44

#131 

Beitrag von deFlachser »

Am besten macht Ihr beide mal ein neues Thema über Sonden auf :wink: .
Nicht etwa das das uninteressant ist, aber Ich bin raus, kapier so gar nix mehr :? .
Freu mich einfach nur, das meine/unsere Möhren laufen :D . Also meistens :mrgreen: .

Gruß Stefan
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hapeka (27 Okt 2022 23:17), minibootsmann (28 Okt 2022 08:02)
Erfahrung verhält sich proportional zur Masse des zerstörten Materials :roll:

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Treffen 2020 Pfalz, da waren wir in Urlaub, Ferienwohnung in Ostfriesland bei der Krimiautorin
Treffen 2021 Süplingen bei Magdeburg
Treffen 2022 Neuss Sandhofsee
Treffen 2023 liegt noch in der Zukunft :mrgreen:. Kann leider keine URL mehr einfügen :? .
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Re: Anpassung TM40 Vergaser an SP44

#132 

Beitrag von DR500 »

Motzkeks hat geschrieben: 27 Okt 2022 21:45 Sorry, wollte nicht verwirren. Die 2000 Flocken bezogen sich aufs Haltech Elite 2500 mitsamt vorgefertigtem Kabelbaum für meinen alten Audi V6
Ah, Ok, dann wird wohl ein maßgeblicher Teil für den Kabelbaum und vorgefertigte Kennfelder drauf gehen. In der Beschreibung steht jedenfalls nichts drin, was andere Systeme nicht auch können. Und ja, MS gibt es noch. Habe eine Micro in einem Projekt verbaut, allerdings noch in Bauphase.
Gruß
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Re: Anpassung TM40 Vergaser an SP44

#133 

Beitrag von minibootsmann »

 Themenstarter

Moin,

back to topic...

Zuerst einmal werde ich nie wieder versuchen, eine gekürzte (gestauchte) Feder der CO-Schraube mit Beilagscheiben oder O-Ringen zu "pimpen". Als ich die Schraube zum Federtausch herausgedreht habe, kam die Feder mitsamt O-Ringen und Beilagscheiben nicht hinterher. Ich musste den Vergaser ausbauen, um den Feder-Scheiben-ORing-Salat aus der Öffnung herauszupulen. Da hatten sich O-Ringe und Scheiben in die Feder hineingedreht, wodurch natürlich alle Teile sichtbaren Schaden genommen haben. Dies geschah glücklicherweise vor meiner Bestellung von Ersatzteilen, so daß ich die malträtierten Teile gleich mit bestellen konnte.

Die bestellten Teile sind angekommen und ich konnte weiter testen.

Erst bei Einsatz einer 20er Leerlaufdüse war ich in der Lage, mittels der CO-Schraube das Gemisch zu mager einzustellen. Mit diesem Ausgangspunkt hat ich das Gemisch nach Drehzahl, Gehör und Lambdasonde eingestellt. Leider hat dies nichts an meinem eigentlichen Problem geändert: Der Motor tourt nicht ab. Mehrere Testfahrten, während derer ich immer wieder dachte, ich hätte die passende Einstellung gefunden, um eine erträglich hohe Leerlaufdrehtzahl mit vernünftigem Motorverhalten zu erhalten, endeten enttäuschend, wenn die Motorbremse am Ende doch nicht funktionierte oder der Motor beim Schalten hochdrehte.
_____________________________________

Hier eine Sammlung meidner Gedanken:

Symptome:
Mit LLGS lässt sich das Gemisch nicht abmagern, außer man dreht die Schraube "zu".
Bei Fahrt mit kaltem Motor und gezogenem Choke läuft der Motor sehr unrund (bocken).
Bei Kalt- und Warmstart tourt der Motor nicht ab, es sei denn man dreht die Leerlaufschraube weit heraus. Dann ist aber die Leerlaufdrehzahl ungleichmässig und sehr niedrig, außerdem springt der Motor schlecht an.

Theorie:
Leerlaufgemisch viel zu fett.
Zieht man zusätzlich den Choke, fettet das Gemisch noch mehr an -> Bocken beim Fahren
Bei zu fettem Gemisch läuft der Motor sehr schlecht im Leerlauf. Dies wird durch Hereindrehender Leerlaufschraube kompensiert, bis eine erträgliche Leerlaufdrehzahl erreicht ist. Nun ist der Schieber viel zu weit offen, was sich nach dem Gas geben durch ein starkes Abmagern des Gemisches bemerkbar macht. Darum tourt der Motor auch nicht ab.

Einwand:
Warum startet der Motor bei derart fettem Gemisch nicht ohne Choke, oder warum geht er ohne Choke im kalten Zustand wieder aus?
Kann es sein, daß das Gemisch des Kaltstart-Vergasers magerer als das Leerlaufgemisch ist und dadurch bei bezogenem Choke das "Gesamtgemisch" nicht anfettet, sondern in einen startfähigen Zustand abmagert? :shock: Das hört sich für mich absolut abstrus an.
_____________________________________

Diese Grübeleien brachten mich nicht weiter. Zwischenzeitlich hatte ich den Vergaser mehrfach in der Hand und habe alles nochmals penibelst geprüft. Ich habe auch mit dem Gedanken gespielt, die Leerlaufluftdüse mal wegzulassen, um dadurch den Vergaser im Leerlauf mit ausreichen Luft zu versorgen. Das habe ich dann doch nicht getan, aber wenigstens die zugehörigen Kanäle nochmals gründlichst gereinigt.

Während ich mir den Kopf über dies schräge Verhalten zerbrach, kam die Erinnerung hoch, daß der Vergaser vor dem Tausch der CDI doch vernünftig funktioniert hatte. Ich hatte eine DC-CDI eingebaut, weil der Motor nach einiger Standzeit sehr schlecht ansprang. Als Ursache wird oft ein Defekt der für die Spannungsversorgung der CDI zuständigen Erregerspule in der Lichtmaschine genannt. In meinem Fall war dies nicht der Fall, ein verstopfter Kanal im Kaltstartvergaser war die Ursache.

Direkt nach dem Einbau der DC-CDI verhielt sich der Motor anders. Meine Versuche, den Vergaser an die neue CDI anzupassen, würde ich zum jetzigen Zeitpunkt als gescheitert ansehen. Also habe ich die alte CDI wieder verbaut und siehe da, der Motor läuft wieder wunschgemäß! :mrgreen:

Ich musste wieder eine größere Leerlaufdüse einbauen und nun ist wieder die von Topham empfohlene 25er Düse drin. So kann ich auch wieder mit der CO-Schraube das Leerlaufgemisch zu mager und zu fett (und natürlich auch passend) einstellen. Erste Testfahrten machen große Hoffnung, daß nun alles wieder gut ist.

Mit der DC-CDI bin ich noch nicht am Ende, schließlich hat sie mich eine Stange Geld gekostet und nun möchte ich auch wissen, was damit ist. Dazu werde ich aber in dem anderen Faden weiter schreiben.

Schlussendlich habe ich in meiner Vergaser-Odyssee eine Extrarunde gedreht, die mich einiges an Zeit, Geld und Nerven gekostet hat. Wenigstens habe ich dabei den Vergaser noch besser kennengelernt (keine Ahnung, ob mir dieses erworbene Wissen jemals etwas bringt, aber dafür lernt man ja bekanntlich nicht :wink:).

Ich wünsche Euch noch eine schöne Woche und hoffe, in diesem Faden nicht wieder von neuen "Phänomenen" berichten zu müssen. :P

VG, Helmut
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deFlachser (01 Nov 2022 08:14)
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Re: Anpassung TM40 Vergaser an SP44

#134 

Beitrag von minibootsmann »

 Themenstarter

Moin,

da der Kaltstart immer mal wieder schlecht ist, habe ich vorigen Samstag den Vergaser nochmals demontiert. Dabei habe ich festgestellt, daß der kleine Kanal in der Schwimmerkammer, der den Kaltstartvergaser mit Benzin versorgt, schon wieder dicht ist. :evil:

Da der Vergaser schon draußen ist, bleibt er es auch über Winter und ich werde ihn einmal gründlich reinigen. Irgendwo werden sich noch Ablagerungen befinden, welche sich nach und nach lösen und mir irgendetwas verstopfen. Diese werden sich hoffentlich in einem Bad mit einem geeigneten Mittel entfernen lassen...

Bei der Gelegenheit habe ich einfach mal wieder den Original-Vergaser montiert, einschließlich Airbox mit nur einer Öffnung und Schaumstoff-Luftfilter.

Der Motor sprang mit dem Vergaser willig an und lief auch ganz gut. Da ich wichtigeres zu tun hatte (Fisch räuchern und Bier trinken), habe ich es bei dabei belassen.

Heute habe ich eine Probefahrt gemacht, um das Leerlaufgemisch richtig einzustellen (die CO-Schraube war verstellt).
Ich kenne zwei Methoden, das Leerlaufgemisch einzustellen: Entweder bei erhöhter oder bei fast schon zu niedrigerer Leerlaufdrehzahl an der CO-Schraube drehen.

Drehe ich die Leerlaufschraube sehr weit herein, kann ich zwar mit der CO-Schraube das Gemisch einstellen, aber wenn ich bei dieser Drehzahl (ca. 1.700U/min) Gas gebe, tourt der Motor nicht mehr ab. Das passiert mir beim TM40 und auch beim BST40! :shock:

Wenn ich das Gemisch bei sehr geringer Leerlaufdrehzahl einstelle, ist alles hübsch. So fährt das Motorrad derzeit auch ganz gut im original-Setting. Nächstes Jahr wird der gereinigte TM40 wieder verbaut, denn der mach schon viel mehr Spaß beim Gas geben. 8)

Dies nur zur allgemeinen Information.

Habt noch eine schöne Woche!

VG, Helmut
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franz muc
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Re: Anpassung TM40 Vergaser an SP44

#135 

Beitrag von franz muc »

In meiner Ersatzvergaserwanne ist ein Kanal, der die Beschleunigerpumpe mit Benzin versorgt. Der war dicht.
Nach etwa 8 x Ultraschallbad war er erst wieder frei.

Einmal am falschen Ende rein geblasen... wieder dicht.

Es scheint nicht einfach zu sein, das alles dauerhaft sauber zu bekommen.
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