Drehzahlmesser gegrillt

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ralfuslongus
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Drehzahlmesser gegrillt

#1 

Beitrag von ralfuslongus »

 Themenstarter

Hallo liebes Forum,
ich habe leider meinen Drehzahlmesser gegrillt und weiß nicht, ob er noch zu retten ist, oder ob ich mir einen neuen/gebrauchten organisieren muss.
Ich besitze eine (ganz tolle:-) DR-650 SP44B - Baujahr 1995 - Kickstarter.

Folgendes ist mir passiert:
Ich hatte die tolle Idee mir einen Batterie-Eliminator/Kondensator von Kedo einzubauen, da ich immer wieder mal Stress mit der Batterie habe. Außerdem hab ich hier im Forum schon davon gelesen und ein Freund hat sich den gleichen in seine SR-500 eingebaut. Ich denke, dass ich ihn auch richtig eingebaut habe, Batterie raus, Plus-an-Plus, Minus-an-Minus, fertig, abgekickt und losgefahren. Da es schon dunkel war ist mir sofort aufefallen, dass ich kein Licht (mehr) habe und alle Lämpchen im Cockpit verrückt spielen: An, Aus, SUPERHELL... Hab sofort umgedeheht, Motor aus gemacht und mich aufgeregt: Scheißteil!
Sofort wieder Bank runter und das Teil wieder raus geschraubt. Dabei hab ich mit dem Schraubenzieher auch noch die Kontakte kurzgeschlossen: Riesenknall. Mist.
So, und jetzt hab ich den Salat: ALLE Lampen durchgebrannt, Auf-/Abblendlicht, Rücklicht, Kennzeichenbeleuchtung, alle Lämpchen im Cockpit. Habe brav alle gewechselt, die alte Batterie wieder rein, Kondensator in die Ecke geschmissen.
Jetzt läuft mein treues "bushpig" zwar wieder, aber der Drehzahlmesser nicht.

Gestern hab ich jetzt geschaut woran es liegen könnte. Hab alle 3 Anschlüsse gecheckt (12V , Masse, Durchgang zur Zündspule), alles OK. Dann hab ich den DZM mal aufgemacht und da hab ich gesehen was los ist: Ein Kondensator ist durch, hat ein schönes 1mm-Loch auf der Seite und davor die Platine schwarz verbrannt. Das Bauteil davor ist total verschmort und nicht mehr zu erkennen was es mal war. Eine Diode oder ein Widerstand?
Auf der Platine konnte ich noch so halb "R6" lesen, also wahrscheinlich ein Widerstand. Jetzt hab ich aus einem alten US-Robottics-Telefonmodem (56-kBit/s! :D ) einen passenden Kondensator (1000MikroF, 65V) raus gelötet und den durchgebrannten ersetzt. Ein anderer Freund meinerseits meinte, dass er sogar richtig rum drinn sei. Der alte hatte zwar nur 6.3V (statt jetzt 65) dass soll aber egal sein.
Ein größeres Fragezeichen war das andere, verkohlte Bauteil. Ich hab statt dessen (oh jeh, ja ich weiß) einfach mal einen 10-Ohm Widerstand rein gelötet. Nur "Damit was drin ist".
Alles wieder zusammengebaut, Kiste an geschmissen: Kein Erfolg, DZM immer noch tot.

Jetzt die Frage an euch: Besteht irgendeine Hoffnung, das Ding noch mal irgendwie zu richten? Oder hoffnungslos?
Wenn hoffnungslos: bekommt man noch irgendwo zu vernünftigem Preis einen Ersatz? Oder passt von einem anderen Modell die "Innereien"? Ich weiß, man braucht ja nicht unbedingt einen DZM, aber wenn ich schon einen habe, dann soll er auch tun, finde ich.
Was würdet ihr tun?
Bin für jeden Tip/Rat dankbar.

Vielen lieben Dank schon mal
Fahrt gut
Ralf

p.s.: Versuche noch ein paar Bilder hochzuladen (der fette, silberne Kondensator in der Mitte ist neu, und der braune Widerstand mit den 3 roten Streifen direkt daneben ist neu)
Dateianhänge
DSC09180.JPG
DSC09177.JPG
DSC09168.JPG
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Re: Drehzahlmesser gegrillt

#2 

Beitrag von deFlachser »

Hi Ralf,

willkommen hier. Wenn der Widerstand mit den "drei roten Streifen" der ist den Du eingelötet hast, dann hat der nicht 10 Ohm sondern 2,2 kiloohm.

Teile bekommst Du beim Frankie .

Das Einfachste wäre jetzt halt jemanden mit ner 44er oder 45er zu haben, wo man mal schauen könnte, wie die Bauteile unverkohlt aussehen, wegen der Werte eben.

Gruß Stefan
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Re: Drehzahlmesser gegrillt

#3 

Beitrag von TST »

Hallo Ralf,

der Widerstand mit den drei roten Ringen hat den Wert von 2,2 kOhm & 1viertel Watt.
Allerdings vermute ich, das das Ding mit dem Zeiger dran bzw das IC ( das kleine Halbleiterbauteil mit den 16 Beinen ) defekt ist.
Das Messgerät mit dem Zeiger kann man messen, alle anderen Bauteile auch, wenn man weis was man messen muß, bis auf das IC.
Ein T8016 gibt es bei Conrad-Elektronik zu kaufen.
Es nutzt nur nichts, wenn man nicht weis, wie der Drehzahlmesser elektronisch aufgebaut ist bzw funktioniert.
Bitte nicht falsch verstehen. Ich will Dich nicht herunterputzen, aber nur Bauteile tauschen hilft meist nicht, man kann aber Glück haben und nachher funktioniert das Ding wieder.


Gruß Thomas

PS.: Ich habe ein Cockpit von einer 44er auf meinem Balkon und kann morgen mal nachsehen welche Werte die anderen Bauteile haben.
TST
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Re: Drehzahlmesser gegrillt

#4 

Beitrag von TST »

Hallo Ralf,

ich bin´s nochmal. Auf dem Foto 1 kann ich erkennen, das das IC auf der rechten Seite einen Spannungsdurchschlag hat. Muß also neu.

Gruß Thomas
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Re: Drehzahlmesser gegrillt

#5 

Beitrag von DR500 »

Moin,

1: kontrollier mal ob ein Vorbesitzer die Sicherungen manipuliert hat oder welche mit zu großer Stromstärke eingebaut hat. Eigentlich hätte es die Hauptsicherung grillen müssen und nicht sämtliche Birnen plus Tacho

2: welche Probleme hattest du vorher mit der Batterie? Vielleicht ist liegt der Hase auch an anderer Stelle im Pfeffer

3: hab nen Tacho/DZM mit defekten Gehäuse, der funktioniert. Aus 2 mach 1 sollte funktionieren, bei Interesse PM.

Gruß
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Re: Drehzahlmesser gegrillt

#6 

Beitrag von TST »

Moin Ralf,

hab heute meinen Drehzahlmesser vom Balkon geholt und unter die Lupe genommen. Leider muß ich Dir mitteilen, das eine Reparatur nicht lohnt. Du kannst aber mit einer 1,5 Volt Batterie die Funktion des Zeigermessgerätes prüfen. Dies sollte bei 1,5 V ca 7000 r/min anzeigen. Achtung, bei 12 Volt = alles kaputt. Die Spannung geht auch in die Elektronik.
Der R5 ist mit 39Ohm im Zementgehäuse der Schutzwiderstand. Es ist auch noch eine Diode vorgeschaltet.
Niemals nicht am VR 1 drehen, ist ein Poti zum Eichen des Drehzahlmessers.
Du solltest das Angebot vom DR500 annehmen, das halte ich für die vernünftigste Lösung.

Gruß Thomas
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Re: Drehzahlmesser gegrillt

#7 

Beitrag von deFlachser »

TST hat geschrieben: 03 Apr 2022 11:12 Leider muß ich Dir mitteilen, das eine Reparatur nicht lohnt.
Moin Thomas,

warum sollte eine Reparatur nicht lohnen. Die Bauteile kosten doch fast nix.

Gruß Stefan
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Re: Drehzahlmesser gegrillt

#8 

Beitrag von TST »

Moin Stefan,

das IC kostet beim Reichelt 6,17 € + 4,90 € Versand. Dann sind da noch zwei Zehnerdioden und der Tantalkondensator + Versand.
Merkste was ?
Dann mußt du das Ding noch eichen. Bei ebay-Kleinanzeigen hab ich son Ding schon für 30,00 € gesehen.

Thomas
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Re: Drehzahlmesser gegrillt

#9 

Beitrag von deFlachser »

Hi Thomas,

dann ist ein Gebrauchtteil wohl doch sinnvoller. Kannst Du mal bitte nen Link setzen? Ich habe das IC nämlich nirgends finden können, auch bei Reichelt nicht.

Früher sind wir einfach zum Arlt oder Mainfunk gefahren. Scheints alle nicht mehr zu geben.

Wenn ich mir die Preise bei den Kleinanzeigen so anschaue, dann sind das nicht gerade Schnäppchen.

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Re: Drehzahlmesser gegrillt

#10 

Beitrag von deFlachser »

ralfuslongus hat geschrieben: 02 Apr 2022 21:09 Dabei hab ich mit dem Schraubenzieher auch noch die Kontakte kurzgeschlossen: Riesenknall. Mist.
So, und jetzt hab ich den Salat: ALLE Lampen durchgebrannt, Auf-/Abblendlicht, Rücklicht, Kennzeichenbeleuchtung, alle Lämpchen im Cockpit.
Warum alle Leuchtmittel durchknallen, wenn Du den Kondensator kurzschliesst, kann ich gerade nicht nachvollziehen.

Mit dem Kurzschluss ist der Kondensator schlagartig entladen und fertig.

Denke, da liegt noch ein anderes Problem vor. Wie auch Tibor schon schrieb, keine oder zu große Sicherungen, lose Verbindungen etc..

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Re: Drehzahlmesser gegrillt

#11 

Beitrag von ralfuslongus »

 Themenstarter

Vielen Dank für die vielen Antworten, ihr seid echt klasse. Noch kein Tag alt, das Thema, und schon bald 10 Antworten.
Ich hab die Sicherungen alle gecheckt, alles gut laut Werkstatthandbuch. Es könnte schon sein, dass ich noch irgend ein komisches Elektroproblem hab. Ich hab die DR erst letzten Winter nach ca. 15 Jahren wieder ausgegraben und komplett gewartet. Ich weiß noch, dass ich vor 15 Jahren immer wieder mit kaputter Batterie rumgefahren bin. Jetzt hab ich ne neue drin, die hat nicht richtig geladen. Hab alles durchgemessen (Widerstände der Wicklungen, Durchgang Kabel, Ladespannung an Batterie usw. Bin drauf gekommen, dass der Gleichrichter (vorne unter der Lampe, mit den Kühlrippen) einen Schuss hatte. Gewechselt: Batterie lädt wieder gut. Jetzt bin ich letztens gefahren und manchmal wenn ich angehalten hab hat es nach faulen Eiern gerochen. Deshalb dachte ich, vielleicht wird es besser wenn ich gar keine Batterie mehr habe. Deshalb der Kondensator.
Ich kann es mir wirklich nicht erklären, dass mir alle Birnen durch sind und keine einzige Sicherung. Strange !?!
Hab jetzt mal dem DR500 geschrieben, ob er mir sein Gerät vermachen würden. Denke das wird die beste Lösung sein. Bevor ich jetzt großartig einzelne Bauteile kauf, eine Entlötpumpe hab ich auch (noch) nicht, weiß nicht ob ich es hinbekomme... Bin nicht der größte Elektronikheld auf Mutter Erde.

Wenn ich noch was rausbekomme, dann lass ich es euch wissen.
Vielen Dank auf jeden Fall an alle die hier so mit Zeit, Rat, Teilen usw helfen.
Ein tolles Forum hier. Großes Lob

Viele Grüße
Ralf

p.s.: Komme gerade vom Endurowandern heim. Bei Graupel, Matsch und 0 Grad durch die Rebberge, Hügel und Bäche der Ortenau. Toll!
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Re: Drehzahlmesser gegrillt

#12 

Beitrag von TST »

Hi Ralf,

zum Wechsel des DZM brauchst Du keinen Lötkolben, wird alles nur geschraubt.
Die Sicherungen schützen vor zu hohen Strömen und vertragen ohne Probleme bis zu 250 Volt und mehr.
Zu hohe Spannungen sind problematisch für DZM - Regler ( bis 48 V )- DCI - usw.

Gruß Thomas
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ralfuslongus (03 Apr 2022 21:53)
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Re: Drehzahlmesser gegrillt

#13 

Beitrag von ralfuslongus »

 Themenstarter

TST hat geschrieben: 03 Apr 2022 18:39 zum Wechsel des DZM brauchst Du keinen Lötkolben, wird alles nur geschraubt.
Hi TST,
ja genau, deshalb wollte ich gerne von DR500 seinen kaputten DZM kaufen. Nur wenn ich meinen reparieren wollte, sprich IC usw austauschen, dann müsste ich (noch mehr) löten.
Aber schrauben kann ich
Danke und Grüße
Ralf
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Re: Drehzahlmesser gegrillt

#14 

Beitrag von dirk65 »

Hallo Ralf,

denke bitte daran, dass der Drehzahlmesser für deine SP44 auch von einer SP44 sein muss. Der Drehzahlmesser von einer SP45 funktioniert leider nicht an einer SP44. Ist mir nach mehreren Stunden der Verzweiflung aufgefallen... ich hätte nur mal den Schaltplan vorher studieren sollen :).

Gruß

DiRk
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Re: Drehzahlmesser gegrillt

#15 

Beitrag von deFlachser »

dirk65 hat geschrieben: 03 Apr 2022 22:59 dass der Drehzahlmesser für deine SP44 auch von einer SP44 sein muss.
@Dirk, was genau war denn der Grund, was ist anders? Weil die sehen ja schon identisch aus und man sollte meinen, das passt.
Dem DZM müsste es doch egal sein, ob der Motor angekickt oder angeknopft wird, hmm komisch.

Schöne Woche Euch allen und Gruß Stefan
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