Anzeichen für Getriebedefekt?

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guatapt
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Anzeichen für Getriebedefekt?

Beitrag von guatapt »

Hallo,
ich hatte mich ja bereits vor einigen Wochen vorgestellt: Link darf ich leider immer noch nicht posten.
Die 600er läuft, hat TÜV und ist nach einigen Wochen Wartezeit, für einen Termin bei der Zulassungsstelle, nun auch zugelassen. Die ersten kleinen Probefahrten verliefen ereignislos. Gestern wollte dann meine Tochter mal mitfahren. Dabei ist mir dann aufgefallen, dass die DR unter Belastung, beim bergauf beschleunigen im 4. Gang, ruckelt. Zuerste dachte ich Zündung oder Vergaser. Es fühlt sich aber an, also ob ich kurz die Kupplung ziehen würde und dann sofort wieder einkupple. Oder so als ob ganz kurz mal ein Gang runter geschaltet wird und dann wieder zurück. Ein durchrutschen der Kupplung ist es glaube ich nicht. Das kenne ich noch von früher. Da musste ich vom Gas gehen, damit die Kupplung wieder gegriffen hat. In anderen Gängen kann ich es nicht nachstellen. Einmal ist mir auch der Gang rausgeflogen. D.h. sie ging vom 4. in einen Leerlauf. Wie das möglich ist?
Natürlich leidet da der Fahrspaß etwas, wenn man ständig damit rechnen muss, dass der Vortrieb ausfällt.
Sind die oben geschilderten Symptome anzeichen für ein sich auflösendes Getriebe? Ich hatte noch nie einen Getriebeschaden, daher bin ich nicht sicher, wie der sich ankündigt. Ich habe gerade gelernt, das Späne im Motor nicht zwingend ein Getriebeschaden bedeutet. Mein Ersatzmotor war nämlich mit Spänen voll. Die Ursache dafür war jedoch ein sich auflösendes Kurbelwellenlager und nicht das Getriebe. Das Getriebe ist im Ersatzmotor noch gut und das werde ich für die 650er nehmen, die ich wieder aufbauen will.
Erwähnen sollte ich noch, dass ich meine, Lagergeräusche zu hören, wenn ich die Kupplung ziehe. Das kleine Lager an der Kupplungsausrückplatte ist jedoch neu. Von da kann es nicht kommen.
Hat jemand eine Idee? Die Historie des Motors in der 600er kenne ich leider nach über 20 Jahren Standzeit nicht mehr. Ich hatte früher einige DR und habe da munter Teile hin und her getauscht. Sehr wahrscheinlich hat der Motor schon einige km runter und war wahrscheinlich auch schon im Wüsteneinsatz. Möglicherweise wurde die DR damals genau aus diesem Grund günstig verkauft.
Wenn es einen bekannten defekt gibt, der nicht bedeutet, den Motor zu zerlegen, wäre das toll. Wenn nicht, muss ich eben auch diesen Motor auf machen. Dann wars das allerding mit dieser Fahrsaison :cry:

VG
Ralf

Eintopftreiber
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Re: Anzeichen für Getriebedefekt?

Beitrag von Eintopftreiber »

:shock:

Mal nachgefragt ?

Ist es dein erster Einzylindermotor ?
Zunächst hört sich das für mich an als fährst du untertourig !
Dann haken die Dinger gnadenlos herum .

Kupplung kann schon ein Thema sein, aber erst den Fahrstil erörtern🤓

Der Motorschaden ? Ist das ein 600er oder 650er Motor ?

Grüße Jörg
Was interessiert es die Eiche, wenn sich die Sau daran schubbert :lol:

:roll: Nein du bist nicht dumm, du hast halt immer Pech beim denken :D

Claus
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Re: Anzeichen für Getriebedefekt?

Beitrag von Claus »

Ich hab sowas, wenn meine Antriebskette ungleichmäßig gelängt ist und etwas lose eingestellt. Bei Volllast den Berg hoch auf schlechter Straße hab ich Aussetzer, die sich anfühlen, als ob Getriebe oder Kupplung kaputt wären. Da springt dann die Kette über. Das Einstellen des Kettenspiels und etwas weniger Gas bringen es dann bis zum Wechseln des Kettensatzes. (also bis nach Hause).

Und was der Jörg schreibt, ist auch eine Möglichkeit. Die Dinger mögen untertourig überhaupt nicht gefahren werden. Also Leistung abfordern unter 3000 oder 3500 /min führt zum Hacken und Ruckeln
wohin du gehst, da bist du dann...

guatapt
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Re: Anzeichen für Getriebedefekt?

Beitrag von guatapt »

Hallo Jörg,
danke für Deine Antwort. Leider konnte ich meine Vorstellung nicht verlinken, das hätte Deine Frage wahrscheinlich beantwortet. Ich besitze seit 1988 verschiedene DR600. Mit denen ich insgesamt schätzungsweise annähernd 200.000km abgespult habe. Allerdings nicht in den letzten 20 Jahren, da hat die jetzige DR im Keller gestanden, bis jetzt. Ich gebe zu, ich tuckere lieber langsam dahin, anstatt mit hoher Drehzahl rumzuheizen. Allerdings habe ich schon genug Kurbelwellenlager der DR gesehen, um zu wissen, dass sie untertouriges fahren bzw. beschleunigen nicht mag. Das Problem, das ich oben beschrieben habe, tritt aber gerade dann auf, wenn ich Leistung fordere, also im Bereich um 5000 1/min. Es ist nicht das typische Verschlucken, wenn man aus niedriger Drehzahl den Gashahn aufmacht, das kenne ich. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass es nicht Zündung oder Vergaser ist. Da ist irgendwas im Antrieb nicht i.O. Allerdings hatte ich diesen Fall bisher noch nicht, daher hoffe ich, dass das hier jemand liest, der den Fall schon gelöst hat. Irgendwo habe ich mal was bzg. verschlissener Schaltgabel bzw verbogener Schaltwelle gelesen. Das passt aber nicht so zu den Lagergeräuschen bei gezogener Kupplung. Kupplungsrutschen kenne ich auch. Das ist es nicht.
Wahscheinlich muss ich den Motor aufmachen und nachschauenen. Meine Hoffnung ist jedoch, dass es noch eine einfachere Lösung gibt, die mich über die Saison rettet.
Neben der DR600, die diese Probleme macht, habe ich noch einen fast kompletten Ersatzteilspender (auch DR600). Deren Motor habe ich gerade auseinander genommen. Dieser Motor hat einen Kurbelwellenlagerschaden. Das Getriebe ist noch gut, ohne Pitting.
Dann habe ich mir gerade noch eine DR650 mit Getriebeschaden (3. Gang) und E-Starter gekauft, die ich mit den Getriebeteilen des Ersatzteilspenders wieder aufbauen will. Auch die hat übrigens schon einen beginnenden Kurbelwellenschaden, bei etwas über 30tkm. Das ganze war jedoch als Winterprojekt gedacht. Ich hatte gehofft, dass ich eine DR zum fahren habe und eine, die ich aufbaue. Aber das klappt wohl nicht ganz so nach Plan.


VG
Ralf

guatapt
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Re: Anzeichen für Getriebedefekt?

Beitrag von guatapt »

Claus hat geschrieben:
14 Jul 2020 10:37
Ich hab sowas, wenn meine Antriebskette ungleichmäßig gelängt ist und etwas lose eingestellt. Bei Volllast den Berg hoch auf schlechter Straße hab ich Aussetzer, die sich anfühlen, als ob Getriebe oder Kupplung kaputt wären. Da springt dann die Kette über. Das Einstellen des Kettenspiels und etwas weniger Gas bringen es dann bis zum Wechseln des Kettensatzes. (also bis nach Hause).

Und was der Jörg schreibt, ist auch eine Möglichkeit. Die Dinger mögen untertourig überhaupt nicht gefahren werden. Also Leistung abfordern unter 3000 oder 3500 /min führt zum Hacken und Ruckeln
Hallo Claus,
das könnte der Grund sein. Danke, dass Du mich darauf bringst :!: Ich habe zwar eine neue Kette im Keller liegen, war aber zu faul sie drauf zu bauen. Ich dachte, die alte ist noch gut, sie war erst in Stellung 2. Allerdings war das vor den Probefahrten. Ich habe die Spannung seither nicht mehr kontrolliert, jedoch hatte ich vor der Fahrt mit meiner Tochter nochmal schnell Kettenspray drauf gesprüht. Evtl. hat sich die alte Kette so schnell gelängt, dass sie jetzt überspringt. Es würde mich nicht wundern, wenn sich die O-Ringe nach 20 Jahren pulverisiert hätten.
Bevor ich den Motor zerlege werde ich auf alle Fälle mal noch einen neuen Kettensatz probieren. Danke nochmal!

VG
Ralf

Eintopftreiber
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Re: Anzeichen für Getriebedefekt?

Beitrag von Eintopftreiber »

Na dann !

Mir würde dazu als Nächstes noch die Kupplung einfallen. Ich meine nicht rutschende Lamellen sonder spiel, eingearbeitete Scheiben und oder Lager.

Bist du dir sicher das der 3te Gang von der 600er in die 650 passt. Ich glaube das ist ausgerechnet der Gang bei der kleinen der von der großen abweicht

Grüße Jörg
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:roll: Nein du bist nicht dumm, du hast halt immer Pech beim denken :D

guatapt
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Re: Anzeichen für Getriebedefekt?

Beitrag von guatapt »

Eintopftreiber hat geschrieben:
14 Jul 2020 11:30
Na dann !

Mir würde dazu als Nächstes noch die Kupplung einfallen. Ich meine nicht rutschende Lamellen sonder spiel, eingearbeitete Scheiben und oder Lager.

Bist du dir sicher das der 3te Gang von der 600er in die 650 passt. Ich glaube das ist ausgerechnet der Gang bei der kleinen der von der großen abweicht

Grüße Jörg
Ich war gerade in der Garage und habe nachgeschaut, es ließ mir natürlich keine Ruhe :wink:
Es ist tatsächlich so. In den 150km die ich seit Zulassung gefahren bin, hat sich das Kettenspiel mehr als verdoppelt. Das macht mir Hoffnung, dass ich den Motor nicht zerreißen muss. Warum ich da nicht selbst drauf gekommen bin :roll: Man denkt wohl immer gleich ans Schlimmste.

Ganz sicher bin ich mir nicht, dass der 3. Gang von der DR600 in die DR650 passt. Auf den ersten Blick sehen die Zahnräder ziemlich gleich aus. Näher habe ich mich damit jedoch noch nicht beschäftigt. Das ist für den Winter geplant. Wenn es nicht zusammen passt, bestelle ich mir eben ein neues Zahnrad. Die scheint es ja wohl noch zu geben, wenn auch teuer.

VG
Ralf

guatapt
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Re: Anzeichen für Getriebedefekt?

Beitrag von guatapt »

Kurzes Update: Die Kette war es wohl nicht. Wenn ich die noch mehr spanne, mache ich mir Lager kaput. Jetzt bin ich wieder am Anfang :?
Könnte es mit dem neuen Vergaser zusammenhängen? Ich habe einen 40er Mikuni eingebaut. Damit springt die 600er so gut an wie noch nie vorher. Aber im 5. Gang fällt mir auch auf, dass die Leistung bei Vollgas weniger ist, als wenn ich etwas vom Gas weg gehe. Irgendwas scheint mit dem Mischungsverhältnis, im oberen Leistungsbereich nicht zu stimmen. Ich muss wohl mal die Zündkerzen rausdrehen um zu schauen, welche Farbe die haben.
Ob das auch mit dem Ruckeln im 4. zu tun hat :?:

Übrigens, weil es Zweifel gab, dass das 600er Getriebe in die alte 650er passt. Das Getriebe ist drin, Kickstarter-Welle von der 600er ist auch verbaut. Getriebe schaltet durch, somit gehe ich davon aus, dass das funktioniert. Ich werde den 650er Motor weiter langsam ausbauen.

VG
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Re: Anzeichen für Getriebedefekt?

Beitrag von ontheroadagain »

guatapt hat geschrieben:
14 Jul 2020 08:45
Einmal ist mir auch der Gang rausgeflogen. D.h. sie ging vom 4. in einen Leerlauf. Wie das möglich ist?
Natürlich leidet da der Fahrspaß etwas, wenn man ständig damit rechnen muss, dass der Vortrieb ausfällt.

VG
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Servus Ralf, ich kenn deine Problem. Bei mir kommt das auch (un)regelmäßig vor, dass ich einen gefühlten Zwischenleerlauf habe. Allerdings nur wenn ich bei sportlicherer Fahrweise schalte, beim gemütlichen Tuckern passiert das nie. Wenn ich dann nochmal hochschalte lande ich im fünften Gang, da wo ich auch ursprünglich hin wollte.

Woher das jedoch kommt kann ich dir leider nicht sagen :(
Suzuki DR 600 BJ '88, 52.000km, im Originalzustand

Ulf
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Re: Anzeichen für Getriebedefekt?

Beitrag von Ulf »

guatapt hat geschrieben:
27 Jul 2020 09:52
>>>Damit springt die 600er so gut an wie noch nie vorher. Aber im 5. Gang fällt mir auch auf, dass die Leistung bei Vollgas weniger ist, als wenn ich etwas vom Gas weg gehe. Irgendwas scheint mit dem Mischungsverhältnis, im oberen Leistungsbereich nicht zu stimmen. Ich muss wohl mal die Zündkerzen rausdrehen um zu schauen, welche Farbe die haben.
Ob das auch mit dem Ruckeln im 4. zu tun hat :?: <<<<
Moin,
dann scheint sie etwas fett zu laufen => Kerze dunkel.
Vorausgesetzt der Luftfilter ist sauber, schau nach der Bedüsung.
Wenn du z.B. eine 145er HD drinhast, versuche es mit 142,5.
Wenns bei Teillast auch zu fett ist:
Umhängen der Nadel, Clip ein Ring hoch = Nadel ein Ring tiefer = magerer.
Gruß Ulf, wieder Ritter Wendehals von Zehnprozent
Beta 4.0 = DR auf italienisch
Irgendwas geht immer 8)

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