dr650rs hinterradbremse ohne funktion nach schlauchwechsel

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martin58
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dr650rs hinterradbremse ohne funktion nach schlauchwechsel

Beitrag von martin58 » 08 Nov 2019 08:53

meine dr650rs bemüht sich nach kräften, mir zu zeigen, dass sich ein vermeintlicher schnapper doch nicht unbedingt immer lohnt ...
nachdem sich der schlauch des hinterrades vorgestern seiner ihm zugedachten funktion verweigerte war gestern hinterradausbau und schlauchwechsel angesagt.
aus- u. einbau des hinterrades sowie der schlauchwechsel haben sich wie üblich gestaltet, d. h. es traten keine besonderen probleme auf (wenn man mal davon absieht, dass diese arbeit bei den meisten mopeten eine mehr oder weniger elende frickelei darstellt).
nach einbau wollte ich noch schnell die funktion der hinteren bremse testen um dann den heimweg anzutreten. aber daraus wurde nichts. der bremshebel liess sich ohne druck ganz durchtreten. ein versuch, die bremse auf die schnelle zu entlüften, war nicht erfolgreich. ich habe dann das krad mit per holzklotz betätigter hinterradbremse über nacht in meiner werkstatt stehen lassen. manchmal funktioniert das, und das hydraulische system entlüftet sich quasi über nacht von selbst.
aber auch heute morgen war nichts mit bremsen hinten.
ich habe nun bremsleitung, geberzylinder, bremszylinder und ausgleichsbehälter komplett ausgebaut und stehe vor den alternativen, die bremse zu überholen oder eine gebrauchte bremse in mein krad zu montieren.
habt ihr erfahrungen mit der überholung? gibts erfahrungswerte bzgl. der lebensdauer von geber- bzw. nehmerzylindern?

Claus
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Re: dr650rs hinterradbremse ohne funktion nach schlauchwechsel

Beitrag von Claus » 08 Nov 2019 09:09

Ganz oft hat man das Problem eines Rings aus Dreck, der sich vor der Manschette des Hauptbremszylinders bildet, weil ja bei entlüfteter Bremse nie der ganze Weg erreicht wird. Nach dem Radausbau kann man den Bremshebel oft ganz bis zum Ende bewegen und schiebt die Manschette durch den Dreck, wodurch sie undicht wird.
Ein Repsatz (zB Tourmax MSR-307) kostet regulär 45 Euro. In der Bucht ab ca 36,50 zu haben. Arbeitszeit ca 1 Stunde. Danach geht das dann wieder.
Vorgehensweise: HBZ ausbauen, zerlegen und die Zylinderlauffläche nach dem Reinigen mit Bremsenreiniger mit einem Schleifvlies vorsichtig reinigen (mit einem hölzernen Pinselstiel in einer Drehbewegung das Vlies vorsichtig bis unten drehen). Anschließend gut mit bremsenreiniger auswaschen und mit neuem Repsatz montieren. Entlüften, fertig.
Benötigtes Werzeug: Seegerringzange, kleiner Schraubendreher, Schleifvlies, Pinselstiel. Druckluft zum Ausblasen wär kein Fehler, geht aber auch ohne.Und natürlich das Werkzeug zum Aus- und Einbau.
Bei der Gelegenheit kann man gern das Lager des Bremshebels reinigen und neu fetten.Ein neuer Splint schadet für den Pin des Hebels zum HBZ auch nicht.
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Re: dr650rs hinterradbremse ohne funktion nach schlauchwechsel

Beitrag von martin58 » 08 Nov 2019 09:46

danke für die erläuterung.
ich habe ganz stark den geberzylinder in verdacht. wenn ich auf das teil mit dem gewinde drücke, fühle ich null widerstand. es fühlt sich an, als ob der geberkolben im innern des zylinders in der untersten position arretiert wäre.
wie bekomme ich denn den geberzylinder weiter demontiert?
Nissin_FBZ_k.jpg

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Re: dr650rs hinterradbremse ohne funktion nach schlauchwechsel

Beitrag von martin58 » 08 Nov 2019 10:03

die tinte war noch nicht getrocknet auf dem bildschirm, da bin ich auf die demontagelösung gekommen. die gummimanschette ist nur formschlüssig geklemmt.
demontiert sieht die sache so aus:
Nissin_FBZ_2k.jpg

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Re: dr650rs hinterradbremse ohne funktion nach schlauchwechsel

Beitrag von Claus » 08 Nov 2019 10:08

Du puhlst mit einem kleinen Schraubendreher den Gummibalg heraus, darunter findest Du einen kleinen Seegerring, den Du heraus nimmst. Jetzt kannst Du einen Lappen vor diese Öffnung halten und durch das Anschlußgewinde auf der anderen Seite den Kolben und die Feder mit einem dünnen Durchtreiber oder Schraubendreher herausstoßen. Leg die Teile so ab, wie sie entnommen wurden.
Schau dir die Lauffläche im Inneren an. Sind da starke Korrosionsspuren zu sehen, ist das Ding kaputt und läßt sich nicht reparieren. Ist nach einer Reinigung alles blank und schick, bau einen Rep-Kit ein.
Kleine Riefen und stumpf gewordene Stellen kannst Du mit Schleifvlies bearbeiten. Ganz vorsichtig! Nicht mit Schmirgelpapier oder dem Dremel versuchen, etwas zu retten.

Viel Erfolg!
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Re: dr650rs hinterradbremse ohne funktion nach schlauchwechsel

Beitrag von Claus » 08 Nov 2019 10:08

Jou. Schneller wie´s Katzenmachen :mrgreen:
Der Rest steht in meiner Beschreibung...
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Re: dr650rs hinterradbremse ohne funktion nach schlauchwechsel

Beitrag von deFlachser » 08 Nov 2019 10:39

Wenn Du die Bremse schon in der Mangel hast, dann guck dir auch gleich die Bremszange an.
Bei mir waren nicht nur die Dichtringe und Staubkappen im Eimer, sondern auch der Bremskolben :evil: .
Und auch gleich ne neue Leitung, am besten Stahlflex. Hier z.B. https://www.melvin.de/

Gruß Stefan
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Re: dr650rs hinterradbremse ohne funktion nach schlauchwechsel

Beitrag von martin58 » 08 Nov 2019 12:19

.. und nun habe ich auch den hbz zerlegt. diese teile sind verbaut.
die ursache der fehlfunktion war dreck im hbz durch mangelnde pflege. mittlerweile ist alles gereinigt und wieder zusammengebaut. die bremse funzt wieder.
aber als warnung sei gesagt: korrekt wäre das verbauen eines überholsatzes mit neuteilen sowie natürlich die verwendung neuer dichtungen und angesichts des alters der originalen bremsleitung auch der ersatz durch eine stahlflexbremsleitung. da ich all das nicht zur hand hatte, muss es für einen funktionstest das bisherige material tun.
Nissin_FBZ_3.jpg
danke für eure ergänzungen.
im nächsten schritt gibts dann auch eine überholung des bremssattels.
der hobel war eine üble standuhr. der vorbesitzer hat das krad konsequent von april bis oktober vorm haus stehen gehabt und immer nur dann hand angelegt bzw. anlegen lassen, wenn es gar nicht mehr anders ging.
wenn man seine zeit einrechnet (und das muss ich als selbständiger) bei den notwendigen reparaturen einer solchen standuhr, relativiert sich selbst ein so niedriger preis wie die 400 euro, die ich dem vb gegeben habe, schnell wieder.
aber es bereitet ja auch freude, selbst an den dingern rumzuschrauben und erfolgreich zu reparieren.

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Re: dr650rs hinterradbremse ohne funktion nach schlauchwechsel

Beitrag von Claus » 08 Nov 2019 13:15

martin58 hat geschrieben:
08 Nov 2019 12:19

wenn man seine zeit einrechnet (und das muss ich als selbständiger) bei den notwendigen reparaturen einer solchen standuhr, relativiert sich selbst ein so niedriger preis wie die 400 euro, die ich dem vb gegeben habe, schnell wieder.
aber es bereitet ja auch freude, selbst an den dingern rumzuschrauben und erfolgreich zu reparieren.
Geht mir gerade ähnlich. Meine sah beim Kauf so richtig ordentlich aus, sprang aber nach zwei Jahren mit Sprit im Vergaser nicht an. Inzwischen hab ich den Rundumschlag hinter mir. Komplette Kupplung (war falsch eingebaut), komplette Vergaserüberholung (war eh klar), ziemlich alle Züge getauscht, Lenkkopflager erneuert (war neu aber komplett trocken eingebaut und zu fest angezogen), beide Bremsen überholt (komplette Nummer mit Bremssättel zerlegen und neuen Leitungen), im hinteren Federbein eine festere Feder verbaut und gleich die Umlenkung gewartet und repariert.
Ich will das garnicht mit meinem Stundenlohn umrechnen. Aber ich wollte wieder eine DR haben und da isse nu. Fährt aber jetzt wie sie soll. Ist doch aus was wert :mrgreen:
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Re: dr650rs hinterradbremse ohne funktion nach schlauchwechsel

Beitrag von martin58 » 08 Nov 2019 16:10

wenn du da an stundenlohn denkst, wird dir doch ganz schummrig. da wäre anzünden günstiger ..
aber du scheinst ja in gewisser weise genauso getrieben zu sein wie ich. nach nur etwas über einem jahr der "dr-isierung" sind`s nun schon 3 suzuki rassler. mittlerweile habe ich die qual der wahl ..

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Re: dr650rs hinterradbremse ohne funktion nach schlauchwechsel

Beitrag von deFlachser » 08 Nov 2019 16:22

martin58 hat geschrieben:
08 Nov 2019 16:10
sind`s nun schon 3 suzuki rassler. mittlerweile habe ich die qual der wahl ..
Beruhigt mich das ich nicht der einzige "Verstrahlte" bin :lol:.
Leider nur ein Hintern :wink:

Schönes WE und viel Erfolg

Stefan
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Re: dr650rs hinterradbremse ohne funktion nach schlauchwechsel

Beitrag von Eintopftreiber » 08 Nov 2019 19:49

:shock: :shock:

wie nur drei Motorräder :lol:

Das ist ja wie leben mit weniger als 100Kg Körpergewicht !
Geht das überhaupt ??
...was annerschwu ä Blummewas des is bei uns ä Dubbeglas...

Hmmmm immer wenn ich rechts drehe wird die Landschaft schneller

:D when nothing goes right go left :D

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Re: dr650rs hinterradbremse ohne funktion nach schlauchwechsel

Beitrag von martin58 » 09 Nov 2019 10:24

ich schrub nicht von 3 motorrädern, sondern von 3 dr.
der vollständigkeit halber: es gibt da auch noch 2 alte rollengelagerte kawa 4er, eine softail, ein guzzigespann für den winter und einen 500er norton sv "that won the war".

und trotzdem bin ich deutlich unter 100kg, und das fühlt sich verdammt gut an ;-)

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Re: dr650rs hinterradbremse ohne funktion nach schlauchwechsel

Beitrag von deFlachser » 09 Nov 2019 11:47

martin58 hat geschrieben:
09 Nov 2019 10:24
und trotzdem bin ich deutlich unter 100kg, und das fühlt sich verdammt gut an ;-)
Das sehe ich genauso, bin auch deutlich drunter, halt mit weniger Mopeds :wink:.

Der Jörg versucht immer uns "normal" gewichtige, also mich zumindest zu mobben. Da kommen dann so Sachen wie "dich kann man ja mit einem Teelicht röntgen" oder" wenn du Rotwein trinkst sieht das so aus wie ein Thermometer ", usw. :cry:.

Iss aber ein sehr netter und lustiger Geselle :D.

Halt ein bisserl groß, breit und schwer geraten :lol:

Gruß Stefan
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Re: dr650rs hinterradbremse ohne funktion nach schlauchwechsel

Beitrag von DROldie » 09 Nov 2019 12:07

deFlachser hat geschrieben:
09 Nov 2019 11:47
martin58 hat geschrieben:
09 Nov 2019 10:24
und trotzdem bin ich deutlich unter 100kg, und das fühlt sich verdammt gut an ;-)
Das sehe ich genauso, bin auch deutlich drunter, halt mit weniger Mopeds :wink:.

Der Jörg versucht immer uns "normal" gewichtige, also mich zumindest zu mobben. Da kommen dann so Sachen wie "dich kann man ja mit einem Teelicht röntgen" oder" wenn du Rotwein trinkst sieht das so aus wie ein Thermometer ", usw. :cry:.

Iss aber ein sehr netter und lustiger Geselle :D.

Halt ein bisserl groß, breit und schwer geraten :lol:

Gruß Stefan

GENAU! Lebenswertes Leben geht auch mit weniger als 100kg!!!

Ich hab mich aber noch nie gemobbt gefühlt... :lol:

Lieb isser der Kleene, auch wenn er böse guckt.... :mrgreen:

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