permanente Dekompression SP44

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saftmus
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permanente Dekompression SP44

Beitrag von saftmus »

Nabend Leute,
Nachdem ich im August den Tüv sehr gut überstanden ( bis auf den Hinterreifen, der Nahe des Verschleißes ist) habe und ebenfalls die Rückfahrt,stellte ich vor einigen Wochen die SP44 nachdem ich von der Arbeit kam, laufend hin um das Garagentor zu öffnen und kurz darauf ging sie von selber aus. Nichts dabei gedacht, kann ja mal passieren, schiebe sie halt in die Garage.

Vor zwei Wochen, wollte ich Tanken fahren um einen Tag später in die Arbeit zu tuckern, stellte ich mangelnden Wiederstand beim Kicken fest. Also man merkt das sich bewegen des Kolbens nur die fette Kopression fehlt. OK Dekozug begutachtet, hängt noch an ein par stibbeln, neuen bestellt vielleicht klemmt er und , gleich Feder mit. usw. Heute den Zug verbaut, Die Mechanik springt zurück, nur immer noch keine Ende der Dekopression.
Ich habe festgestellt:
1. Keine Kopression auch ohne Zug
2. Die Dekowelleläßt sich so ca- 1 bis 2 mm in den Zylinderkopf reus und rein schieben ( ich glaube "axiales Spiel???")
3. Beim Betätigen des Kickstarters ist natürlich Luft aus dem Auspuff zu spüren, nur läßt sich der Kickmechanismus unendlich bedienen ohne zum Wiederstand der finalen Kopression zu kommen, das die Dekoklappe schließt?

Fragen:
Sind es die Ventileinstellungen oder wurde der Motor komplett rectal penetriert?
Hat jemand ein Bild des Dekopressionsmechanismußes in Verbindung mit dem Timing der Ventilsteuerung? So richtig habe ich das mir noch nicht zusammenreimen können. Das ich zum Kicken den Dekohebel brauche um den Kolben zu bewegen ist klar, da ich selbst nicht so viel Gewicht aufbringen kann um die finale Kompression zu überwinden. Damit nicht alles verpufft, und es Kraft gibt muss ja irgendwann mal na klappe zu gehen, damit die Kraft auf den Kolben drückt.

für Ratschläge und Richtungsweisungen bin ich dankbar, da ich die 44er erst seit nem Jahr habe stehe ich wahrscheinlich noch am Anfang..... und werde auch wahrscheinlich sehr viel Lehrmittel bezahlen müssen, dessen bin ich mir bewußt.

Vielen Dank &
viele Grüße
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uli64
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Re: permanente Dekompression SP44

Beitrag von uli64 »

Servus
... gerade aktuell damit beschäftigt:
Deko inaktiv..
Deko inaktiv..
... Kipphebel sind frei..
... Kipphebel sind frei..
... Auslassventile geschlossen
... Auslassventile geschlossen
Deko gezogen...
Deko gezogen...
Auslassventile werden geöffnet...
Auslassventile werden geöffnet...
Auslassventile geöffnet
Auslassventile geöffnet
... jetzt klar? :wink:
Gruß Uli :mrgreen:
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saftmus (21 Okt 2020 08:30) • CH-Patrick (01 Nov 2020 18:32)
Mein Lieblingsspruch: ..."wenn man mal anfängt"... :roll:
siehe hierzu:viewtopic.php?t=11448 Renovierungsfred!
oder das da:viewtopic.php?f=15&t=12300 Kickermotor, mit dem Ergebnis:https://www.youtube.com/watch?v=MZCmif4 ... e=youtu.be
...und der hier, immer noch:...darf man auch mit Wurstfingern einem Vegetarier die Hand reichen?
..und aktuell dazu: ...gegen Dummheit, die gerade in Mode ist, kommt keine Klugheit auf...(Theodor Fontane)
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app.php/galerie/eintrag/anzeigen/3012
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Re: permanente Dekompression SP44

Beitrag von DR500 »

Ich geh mal davon aus, dass der DeKo nicht aktiv ist.
Ventilspiel wird nicht von jetzt auf gleich zu groß- wenn dann zu klein. Als erstes würde ich Prüfen, ob sich die Ventile bewegen —> Ventildeckel runter und langsam kicken. Wenn dem so ist, dann würde ich Prüfen ob Position vom Kolben näherungsweise mit der Position vom Kolben korrespondiert —> Kurbelwelle auf OT drehen und prüfen, ob das Ventilspiel vor- oder nach nach OT größer wird. Wenn ja, ist was faul.
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deFlachser
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Re: permanente Dekompression SP44

Beitrag von deFlachser »

Eine Möglichkeit wäre: Es haben sich Olrückstande am Auslassventil gebildet. Soll heißen, das Ventil kann nicht richtig schließen. Daher hast du keine Kompression. Beim E-Start Motor wird man es wahrscheinlich nicht bemerken, da man einfach ein bisserl länger den "Anknopfer" betätigt. Beim Kicker kickt man sich den Wolf.
Auch ich hatte das schon bei meiner Dakar. Erster Gedanke; Motor im Sack. Muss aber nicht sein. Einfach mal weiter kicken, irgendwann klappt das wieder, so bei mir.
Auf diesen Gedanken hatte mich seinerzeit der Hans (hiha) gebracht.
Also vielleicht doch alles gut.

Gruß Stefan
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Re: permanente Dekompression SP44

Beitrag von DR500 »

Sehr guter Einwand!
Gelöschter User

Re: permanente Dekompression SP44

Beitrag von Gelöschter User »

:mrgreen:

Sollte mechanisch am deko alles so sein wie Uli beschrieben hat...

gib ihr mal Bremsenreiniger in den Luftfilter und Versuch sie zu starten
Hilft das nicht
Kerzen raus ! Deckelchen runter Ventilspiel kontrollieren ! Ist das Auslassspiel zu groß hast du hartnäckige Ablagerungen am Ventil Sitz ?

Kicken bis der Arzt kommt ohne Kerzen. Dann alles wieder zusammen und erneut versuchen.

Viel Glück

Grüße Jörg
saftmus
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Re: permanente Dekompression SP44

Beitrag von saftmus »

Moin in die Rund,

erstmal vielen Dank der Antworten und für den Stoff.

ich werde berichten....
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deFlachser
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Re: permanente Dekompression SP44

Beitrag von deFlachser »

Moin,

gehen wir einfach mal davon aus, deine Dekomechanik arbeitet korrekt und hebt die Ventile nicht ständig aus. Wenn ich das richtig sehe, würden die Ventile nur unkontrolliert ausgehoben, wenn die Feder die Welle nicht in ihrer Ruheposition halten würde. Unabhängig von einem Dekozug, der nur noch an drei Franzen hängt.

Das die Ventile von jetzt auf gleich dermaßen verstellt sind, möchte ich erst einmal ausschließen. Es sei denn, die Kipphebel und die Nocke wären komplett eingelaufen. Das würde allerdings bedeuten, dass das Ventilspiel zu groß wäre und würde ausserdem recht hässliche Geräusche verursachen. Würde wohl auch kaum von einen auf den anderen Moment passieren.

Deshalb würde ich an deiner Stelle als erstes mal die mutmaßlichen Ölablagerungen an den Auslassventilen in Augenschein nehmen. Wobei "Augenschein" nicht so richtig der passende Ausdruck ist, siehst es ja leider nicht.

Soll heißen, kick it, und damit meine ich nicht, zwei bis dreimal, sondern eher 50 bis 100 mal. Da ja keine Kompression vorhanden, geht's schön leicht.

Dabei lässt Du die Kerzen drin. Oder wie willst Du sonst merken, dass die Kompression wieder da ist? Das ist erst einmal die einfachste Sache.
Auseinanderbauen, sprich Ventilspiel prüfen, Haube ab und Kipphebel sowie Nocke in Augenschein nehmen, kannst du immer noch.

Viel Erfolg und Gruß

Stefan
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hiha
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Re: permanente Dekompression SP44

Beitrag von hiha »

Bei Zweiventil-Einzylindern mit Kickstarter hat man das öfter, auch Abhängig vom Ölverbrauch. Meist sind es Ablagerungen am Auslassventilsitz oder auch am Schaft, der das Ventil nicht ganz schließen lässt. Anspringen tun sie meistens trotz der fehlenden spürbaren Kompression, die nach dem ersten kurzen Laufen dann auch wieder da ist. Ich hab ganz gute Erfolge damit erzielt, ein paar Tankfüllungen ein synthetisches Zweitakt-Scooteröl im Verhältnis 1:120-200 ins Benzin zu mischen, da das dafür sorgt, dass die Ölkohleablagerungen abgebrannt werden. Hat wirklich gut funktioniert, und riechen tut man das beim Hinterherfahren auch nicht wirklich.

Gruß
Hans
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uli64 (21 Okt 2020 10:58)
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Re: permanente Dekompression SP44

Beitrag von saftmus »

Nabend,
hier mal ein Update.
Sie läuft noch nicht, aber ich sah mir mal die Mechanik der Deko an. Deckel ab, Schauloch an der Seite auf, Loch zum sehen der T - Markierung auf. Vor der Markierung kommen ein paar Löcher in der Scheibe, was bedeuten diese?
Eigentlich wollte ich mir das Kicken ersparen, und ich wollte meinen Akkuschrauber an der Kurbelwelle unten ansetzen und rückwärts laufen lassen (entgegengesetzt des Uhrzeigers), leider kein passender Bitadapter da....
Etwas Bremsenreiniger in den Luftfilter, Zündung an und irgendwann gabs mal zei schöne Verpuffungen im Auspuff. Beim weiteren Kicken lief sie mal so drei bis vier Zündungen. Es scheint alles in Richtung Theorie der verklemmten Kohle zu zeigen, wenn ich die Indizien richtig deute. Das Kicken mit Deko erfolgt wesentlich leichter, als Ohne, jedoch ist das Kicken ohne noch möglch.
Leider stellt sich bei mir schnell der Erschöpfungs und Demotivationszustand schnell ein. so nehme ich mir vor, regelmäßig mal so 10 min zu kicken.....
Mit Choke oder ohne Kicken?
franz muc
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Re: permanente Dekompression SP44

Beitrag von franz muc »

Die Bohrungen sind m. E. vom Wuchten. Ist normal.
Wenn meine wegen Ölkohle kein Kompression hat, springt sie trotzdem beim 5. mal an und hat dann sofort wieder Kompression.
D. h. wenn ich die DR aus mache, ist wieder Widerstand da.

Daher würde ich eine Zündkerze raus drehen, Benzin rein kippen, Zündkerze wieder rein und starten.

Bei der Gelegenheit kann man auch sehen, ob ein Funke da ist.
Ausgebaute Zündkerze in den Stecker stecken und mit dem Gewinde an den Zylinderkopf halten. Dies besser mit einer isolierten Zange.

Dann mal weiter sehen
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CH-Patrick (01 Nov 2020 18:32)
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deFlachser
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Re: permanente Dekompression SP44

Beitrag von deFlachser »

saftmus hat geschrieben: 01 Nov 2020 17:45 Das Kicken mit Deko erfolgt wesentlich leichter
Genau dafür ist die Dekomechanik gedacht. Du bringst damit den Kolben hinter OT. Danach ohne Deko, der Kolben hat dann eine volle KW-Umdrehung um"Schwung" zu bekommen, also bei der nächsten Umdrehung mit Kompression den OT zu überwinden.
saftmus hat geschrieben: 01 Nov 2020 17:45 Es scheint alles in Richtung Theorie der verklemmten Kohle zu zeigen, wenn ich die Indizien richtig deute.
So war meine Hoffnung. Wenn Du aber wirklich 10 min. gekickt hast, glaube ich nicht mehr so ganz an Ablagerungen. Beim Franz scheint dieses Problem ja immer schnell gelöst. Ich habe allerdings auch schon zwischen 50 und 100 Mal treten dürfen, bis ich wieder Kompression hatte. Und das dauerte bei mir keine 10 min.

Hast Du denn mal das Ventilspiel kontrolliert, bzw. ist überhaupt Spiel vorhanden?

Oder Kolbenringe defekt, gebrochen oder ganz und gar der Steg dazwischen? Nur so ne Idee, das wäre so ziemlich der Worstcase, muss aber nicht sein.

Wie gesagt, als nächstes erst mal Ventilspiel kontrollieren und natürlich auch die Dekomechanik. Ist genügend Spiel beim Zug vorhanden oder ist der ständig unter Spannung?

Einfach mal aushängen und dann probieren.
franz muc hat geschrieben: 01 Nov 2020 18:15 Die Bohrungen sind m. E. vom Wuchten.
So sehe ich das auch.
franz muc hat geschrieben: 01 Nov 2020 18:15 Daher würde ich eine Zündkerze raus drehen, Benzin rein kippen, Zündkerze wieder rein und starten.
Kann man machen, aber das hat doch nichts mit der nicht vorhandenen Kompression zu tun.

Die isolierte Zange ist ne gute Idee. Bevor es ein elektrisches Gefühl gibt :wink:. Nicht lebensbedrohlich aber auch nicht angenehm.

Viel Erfolg bei der Fehlersuche. Ich drück Dir die Daumen, das es nur eine Kleinigkeit ist.

Gruß Stefan
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